Ein Lotse ist in der Seefahrt meist (in Deutschland grundsätzlich) ein erfahrener Nautiker (Kapitän) mit mehrjähriger praktischer Erfahrung, der bestimmte Gewässer so gut kennt, dass er die Führer von Schiffen sicher durch Untiefen, vorbei an Schifffahrtshindernissen und dem übrigen Schiffsverkehr geleiten kann. Sie üben ihre Tätigkeit als Berater des Kapitäns eines Schiffes aus.
Mit Lotsenbooten (internationale Aufschrift: „PILOT“)
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| Seelotsenboote |
oder Hubschraubern werden sie von einem Schiff zum anderen bzw. von der Lotsenstation zum Schiff gebracht. Außerdem führen sie Radarberatung durch. Dafür sind entlang der wichtigsten Verkehrswege Radarketten eingerichtet worden. Lotsen in den Revierzentralen beobachten die Radargeräte und beraten Schiffsführer über Funk.
In Deutschland gibt es See- und Hafenlotsen. Alle Lotsenboote, die Seelotsen versetzen, sind mit der international üblichen Aufschrift PILOT gekennzeichnet. Hafenlotsenboote sind in Deutschland mit Lotse gekennzeichnet.
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| Hafenlotsenboot |
Bei größeren Entfernungen zur Küste, z.B. bei der Mündung der Elbe in die Nordsee, gibt es schwimmende Lotsenstationen. Diese sind heute SWATH-Wohnschiffe, auf denen die Lotsen für eine bestimmte Zeitdauer wohnen und leben (auch Stationsschiffe genannt).
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| SWATH-Schiff Elbe aus Cuxhaven |
Wird ein Lotse auf einem einkommenden Schiff benötigt, bringt ihn ein Lotsenversetzboot vom Stationsschiff zu diesem Schiff. Der Seelotse führt dieses Schiff dann bis zur nächsten Lotsenstation vor Brunsbüttel, falls das Schiff nicht bei uns in Cuxhaven einläuft. Vor Brunsbüttel löst ihn der Elblotse ab, der das Schiff dann die Unterelbe hinauf bis vor die Lotsenstation Seemannshöft an der Einfahrt des Hamburger Hafens bringt. Dort wird er wiederum vom Hafenlotsen des Hamburger Hafens abgelöst.
Das SWATH-Lotsenversetzsystem besteht aus dem Lotsenstationsschiff und den als Tender bezeichneten Lotsenversetzbooten in SWATH-Bauweise (Small Waterplane Area Twin Hull). Ein SWATH-Boot ist ein Mehrrumpfboot ähnlich einem Katamaran, das auch bei starkem Seegang deutlich weniger rollt als ein Einrumpfboot. Damit wird die Gefahr beim Übersetzen des Lotsen minimiert.
Zu unserem SWATH-Lotsenversetzsystem in Cuxhaven gehören die zwei Lotsentender Döse und Duhnen.
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| Tender Duhnen |
Hierzu noch ein paar Informationen:
Die spezielle Form der Lotsentender erlaubt das Übersteigen der Lotsen bis 3,5 Meter Wellenhöhe bei einer Geschwindigkeit von 8–12 Knoten (Einrumpfboot 6–8 Knoten). Das hört sich nicht viel an, 12kn sind eine Geschwindigkeit von ca 22,22Km und Windstärke (bft) 4, aber bei einer Wellenhöhe von 3,50m möchte ich da nicht übersteigen. Zum Übersteigen (Borden) ist ein Lotsenlift vorgesehen, der auch als „Mann über Bord“-Ausrüstung betrieben werden kann. Die Schiffsbewegungen der Tender werden mit vier kreiselgesteuerten Flossen an den Schiffsenden harmonisiert, die ab 6 Knoten Schiffsgeschwindigkeit aktiviert werden.
Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße