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17 März 2018

Wirtschaftlichen Wiederaufschwung

Für Cuxhaven ist Siemens ein wichtiger Bestandteil zum zum wirtschaftlichen Wiederaufschwung in Cuxhaven. Auch für Siemens ist es ein großer Schritt. Seit 20 Jahren hat Siemens in Deutschland kein komplett neues Werk mehr errichtet. 200 Millionen € wurden dafür investiert.
Es soll die weltweit größte und effizienteste Fabrik für Offshore-Windturbinen sein.
Die Offshore-Windturbinen mit acht und mehr Megawatt Leistung, die Siemens hier bauen will, wiegen etwa so viel wie das weltgrößte Verkehrsflugzeug, der Airbus A380.

Der Weltmarktführer beim Bau von Offshore-Windturbinen wird, so heißt es offiziell, jährlich eine dreistellige Zahl von Windkraftwerken in Cuxhaven endmontieren.

Bei Siemens entstanden so 1000 neue Arbeitsplätze. Dazu kommen neue Arbeitsplätze von Zuliefererunternehmen und Zulieferern die hier neu ansiedeln. Außerdem erwartet man Zuwachs in Hotels, Gastronomie, Logistik, Einzelhandel und Handwerk.

2008 fing Siemens mit der Standortsuche an. 52 Standorte in ganz Europa kamen in Frage. Dadurch das Ambau bereits in Cuxhaven war, bekamm Siemens eine Sicherheit,  das hier eine Schwergutfertigung möglich und sinnvoll ist.

Neuerdings wird auch der Import der Windkraftbranche über Cuxhaven organisiert. Der dänische Konzern Vestas, wie Siemens einer der größten Hersteller der Welt, führt über den Hafen der Stadt seine Windturbinen für die Montage an Landstandorten in Deutschland ein.

Vor vier Jahren sah das anders aus. Bremerhaven hatte das Windkraft-Geschäft im Griff. Durch die Hafenerweiterungen mit Schwerlastrampen,  die Lage direkt an der Nordsee und die reichlich vorhandene Flächen, verbesserte sich die Situation für Cuxhaven.

Mit der Ansiedlung von Siemens setzte sich Cuxhaven als wichtigster Standort der Windkraftindustrie an den deutschen Küsten durch. Der gesamte Nord- und Ostseemarkt kann von der Elbmündung aus unabhängig von Ebbe und Flut mit Schwerlastteilen bedient werden.

Am Dienstag, 20.3.18 sollen die ersten Offshore-Windturbinen aus dem neuen Siemenswerk auf ein Spezialschiff verladen werden.

Bildquelle: cn-online.de
Danach kommen sie auf ein Errichterschiffe wie dieses

vor Cuxhaven am 14.05.2014
und werden zum belgischen Offshore-Windpark Rentel transportiert, der gerade in der Nordsee gebaut wird.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße 

01 Dezember 2017

Elb-Link Fähre letzter Teil

Über die Elb-Link Fähre habe ich ja berichtet. Nun ist es sicher. Am 25.11.17 stellten die Betreiber der Elb-Link Fährgesellschaft Insolvenzantrag. Grund für die finanziellen Probleme seien die überhöhten Forderungen der Schiffseigner nach einer Charterrate. Trotz einer besseren Auslastung kommt die Gesellschaft nicht durch den ersten Winter und hätte übergangsweise Zuschüsse benötigt, die jedoch niemand gewähren wollte.
Schade das die Fährverbindung nicht funktioniert.

Zum Vergrößern draufklicken
Hier eine Aufnahme vom 26.03.2016 vor Altenbruch


Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

22 November 2017

Elb-Link Fähre

Die im Sommer 2015 auf der Route gestartete Elb-Link-Reederei hatte in diesem Jahr Insolvenz anmelden müssen, seit dem 1. März 2017 ruhte der Fährbetrieb. Ich berichtete hier  darüber.

Bei der Taufe klatscht Niedersachsens SPD-Wirtschaftsminister Olaf Lies begeistert Beifall. Sein schleswig-holsteinischer Amts- und Parteikollege Reinhard Meyer und Olaf Lies überschlagen sich vor Lob. Als Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Behrens (SPD) am Morgen die „Grete“ tauft, haben sich viele Zuschauer eingefunden.

Man erwartet, und erhofft sich viel von dieser Fährverbindung. Bei der Taufe der "Grete" in Cuxhaven war ich dabei. Die  "Anne-Marie“ wurde ja drüben in Brunsbüttel getauft. Auf beiden Elbseiten wurde viel Geld für diese Elbqerung investiert.

Das Aus kam schnell. Im Februar 2017 hatte die Elb-Link-Reederei den Betrieb seiner beiden Schiffe "Anne-Marie" und "Grete" eingestellt und stellte einen Insolvenzantrag.

Eine neue Betreibergesellschaft wurde unter dem alten Namen gegründet. Im Mai wurde der Fährverkehr mit einer Fähre nochmal aufgenommen. Diesmal nur mit einem Schiff. Bis Mitte August war die "Grete" im Einsatz, dann übernahm "Anne-Marie".

Im Oktober musste auch der Betrieb eingestellt werden. Die Fähre bräuchte Sartkapital. Es wird aber eine Förderung für Elbfähre Cuxhaven-Brunsbüttel aus öffentlichen Mitteln geben. Die Betreiber der seit Oktober erneut stillgelegten Elbfährlinie Brunsbüttel-Cuxhaven können nicht mit öffentlichen Fördermitteln rechnen und stehen möglicherweise vor dem Aus. Die Landkreise Dithmarschen, Cuxhaven sowie die Städte Brunsbüttel und Cuxhaven sehen derzeit keine Möglichkeit für eine Unterstützung, teilte Elb-Link-Geschäftsführer Bernd Bässmann mit.

Kann man verstehen. Die Landtagswahlen in SH und Nds sind grade erst vorbei. Jetzt sind die großen Worte der Politik nichts mehr wert. Das Siemens hier mit einem großen Werk angesiedelt hat, und es für die vielen LKW und Spediteure auch eine Entlastung und Kosteneinsparung wäre, wenn die Fähre fahren würde, interessiert anscheinend niemanden.

Touristen und auch wir Einheimischen haben die Fährverbindung gerne genutzt.


Wenn man jetzt hoch in den Norden fahren möchte, muss man die Fährverbindung von Wischhafen nach Glückstadt benutzen, oder bis Hamburg über eine der Brücken fahren. Dabei muss man allerdings ganz Hamburg durchqueren.

Mal sehen wie es weitergeht.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

11 Oktober 2017

Neue Liegeplätze-Offshore-Industrie

Nachdem sich Siemens in Cuxhaven niedergelassen hat, gehen die Arbeiten an neuen Liegeplätzen zügig vorran. Nachdem im August 2017 die Einweihung des Liegeplatzes 9.3 gefeiert wurde, ist die Fertigstellung des Liegeplatzes 9.2, und der Baubeginn am Liegeplatz 9.1 ein weiteres Zeichen für die richtigen Entscheidungen.
Das Deutsche Offshore-Industrie-Zentrum entwickelt sich außergewöhnlich gut und übt eine Strahlkraft auf die gesamte Region aus.

Aufgrund der hohen Auslastung der bestehenden Liegeplätze des Deutschen Offshore-Industrie-Zentrums musste mit dem Ausbau des Liegeplatzes 9.1 begonnen werden das im April 2018 mit einer schwerlastfähige Kaianlage in einer Länge von 142 m bei einer Wassertiefe von 7,4 m fertig sein soll.

Auf der östlichen Seite des Siemens Betriebs soll in wenigen Wochen ebenfalls mit dem Beginn eines neuen Liegeplatzes begonnen werden.
Liegeplatz 4. Vorgesehen ist die Kaianlage auch für Siemens aber auch andere Unternehmen, die die Kaikanten brauchen, um Komponenten von Windkraftanlagen umzuschlagen.

Normalerweise sind die Norddeutschen ziemlich langsam mit ihren Entscheidungen. Hier in Norddeutschland ticken die Uhren anders. Das ist nicht nur in Cuxhaven oder Niedersachsen so, sondern auch in HH SH und Bremen so. Das ist meine Erfahrung. In dem oben beschriebenem Fall ist es anders. Es geht zügig voran. Ein großes Plus für Cuxhaven und die ganze Region, von der wiederum der gesamte norddeutsche Raum profitiert. Ich bin begeistert. Es fördert nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Energiepolitik, sondern senkt auch die Umweltbelastung, denn Windkraftanlagen belasten weit weniger als Kohle und sind bei weitem nicht so gefährlich wie Atomenergie.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

14 März 2017

Aufschwung durch Siemens

Siemens kommt nach Cuxhaven und baut dort Teile für Offshoreanlagen. Nachdem Siemens sich statt für Bremerhaven für Cuxhaven entschieden hat, geht es im rasanten Tempo vorwärts. Mitte Oktober 2016 waren bereits der größte Teil der Fundamente fertiggestellt, und es konnte mit dem Hallenbau begonnen werden. Das war ein Jahr nach er Entscheidung für den Standort Cuxhaven. Inzwischen hat sich einiges getan. Auf einer ehemaligen "Sandwüste" entsteht eine Halle von 320 m Länge, und 160 m Breite. Es soll eine der größten Hallen in der Region sein, mit 55 000 Quadratmetern Nutzfläche.


Wie immer. Zum Vergrößern auf die Bilder klicken
Das wird das Deutsche Offshore-Industrie-Zentrum
Nachdem Siemens sich hier angesiedelt hat, haben mehrere Zulieferer sich ebenfalls um Gelände beworben um die Lieferwege so kurz wie möglich zu halten. Nach Stute Logistics will sich  die Nordmark Maskinfabrik in Cuxhaven niederlassen.und dafür 14 Millionen investieren. Der Grundstückskaufvertrag dazu wurde am 20. Dezember unterschrieben. Im diesem Jahr wollen sie dort mit dem Bau eines Werkes zur Bearbeitung von Gussteilen für Windenergieanlagen beginnen. Geplant ist eine 5000 Quadratmeter große Halle.

Weitere Zulieferer haben Interesse am Standort Cuxhaven angemeldet. Wer vielleicht noch nach Cuxhaven kommt, ist ungewiss, aber im Augenblick sieht es wirtschaftlich nicht schlecht für die Zukunft Cuxhavens aus. Nach der Weltwirtschaftskrise von 2008 bei dem die Schiffsindustrie in Cuxhaven eingebrochen war und auch einer der größten Fischumschlagplätze verloren gegangen war, kann die Stadt einen Auftrieb gut gebrauchen.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

02 März 2017

Vorläufiges Aus nach 1 1/2 Jahren

Nachricht vom 1. März 2017

Die Cuxhavener Nachrichten meldeten dass die Fährverbindung Cuxhaven-Brunsbüttel eingestellt wurde. Die beiden Fähren der Elb-Link Reederei (Estland), liegen am Steubenhöft fest. Nach aktuellem Stand wird bezweifelt dass der Fährverkehr nachhaltig gesichert ist. Schiffseigentümer ist eine Niederländische Bank die der Saaremaa Shipping Company in Estland angeblich den Vertrag aufgekündigt haben soll und die Schiffe an die Kette gelegt hat. Es soll um nicht bediente  Kredite gehen.
Nach Angaben von Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Behrens, ist die "Grete" bereits nach Norwegen verchartert worden. Wenn die Fährverbindung überhaupt gerettet werden kann, muss sie bis mindestens August mit einem Schiff auskommen. In Cuxhaven laufen Gespräche über eine Auffanggesellschaft um den Fährbetrieb weiterbetreiben zu können.

Zum Vergrößern draufklicken

Die Fährverbindung hat erst vor eineinhalb Jahren den Betrieb aufgenommen. Auf beiden Seiten der Elbe sind dafür viele Steuergelder eingesetzt worden um die Fähranleger zu errichten. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht das entgültige Aus für die Fährverbindung ist.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

12 Februar 2017

9. Elbvertiefung

Die Elbvertiefung ist noch nicht gänzlich geklärt. Das Ausbaggern verzögert sich weiter: Das Bundesverwaltungsgericht hat zwar grundsätzlich der Vertiefung der Elbe statt gegeben, aber im Planfeststellungsbeschluss Nachbesserungen gefordert und den Behörden zugleich eine Überarbeitung der Pläne auferlegt. Beanstandet wurden speziell die Pläne zur Anpassung der Fahrrinne, gegen die Umweltverbände geklagt hatten. Wie lange es dauern, wird, bis die neuen/angepassten Pläne aus Hamburg vorliegen, weiß keiner. Es wird Monate dauern. Dazu kommt, dass noch weitere Klagen anhängig sind, und möglicherweise auch weitere Klagen erwartet werden, denn durch die weiteren Auflagen werden erhebliche Einschnitte in das Leben getroffen werden. Die Elbe müsste nicht nur vertieft, sondern auch verbreitert werden. Trotzdem können auch nach der Vertiefung die ganz großen Schiffe nicht ohne Rücksicht auf die Gezeiten, den Hamburger Hafen anlaufen.
Es müssen z. B. mehr Auen geschaffen werden. Das bedeutet das Flächen freigegeben werden müssen, die eigentlich für Wohnraum, oder als Landwirtschaft vorhanden sind. Die Obstbauern im alten Land bekämen wahrscheinlich mehr Probleme weil die Wiesen mehr versalzen. Auch der Deichschutz muss auf der gesamten Strecke von ca. 100 km verändert werden. 616,6 Mio. € sind im März 2016 neu veranschlagt worden. 2/3 zahlt der Bund, den Rest muss Hamburg aufbringen und jedes Jahr steigen die Kosten weiter. Dazu kommen jetzt noch die zusätzlichen Auflagen.

Natürlich kann ich verstehen das Hamburg seinen Hafen und die Wirtschaft ausbauen und fördern will, es hängen auch viele Arbeitsplätze in HH, Nds und SH davon ab, jedoch haben wir einen Tiefseehafen gleich um die Ecke. Den Jadeweserport. Dort können die größten Schiffe anlegen, dafür wurde er gebaut. Würden sich die Hafenstädte der Region zusammenschließen und nicht gegeneinander arbeiten, könnte das bestimmt eine stabile Zusammenarbeit und eine gute Allianz ergeben. Das wollen die Hamgurger jedoch nicht.

Für mich stellt sich die nächste Frage. Wohin mit den Sedimenten die dann zukünftig regelmässig ausgebaggert werden müßen? Hamburg verkappt bereits jetzt einen Teil Hafenschlick vor Stade, oder vor zur Tonne E 3. Der Hamburger Senat hat auf eine Anfrage mitgeteilt das der Rekordwert von 10 Mio. m³ aus 2015 im Jahr 2016 um über 15% übersprungen wurde.
Bis zum Jahr 2021 wurden nach einem E3-Verklappungsabkommen mit Schleswig-Holstein vom April 2016 10 Mio. m³ genehmigt. Davon sollen bereits 2016 Ganze 3,69 Mio. m³ verklappt worden sein.  Das wäre mehr als ein Drtittel für innerhalb eines Jahres, für ein Volumen das auf 6 Jahre geplant war.
Frühzeitiger als geplant wird es wahrscheinlich wieder neue Verhandlungen geben müssen. Später kommen noch die neuen Verhandlungen der Elbvertiefung dazu.
Die Elbvertiefung kommt. Das ist sicher. Offen ist nur die Frage, wann sie kommt, und wie kostspielig sie werden wird.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

15 Oktober 2013

Offshore-Branche

Es geht mal wieder um unseren Wirtschaftsraum und ich habe lange überlegt ob dieser Post eher in meinen Politblog gehört, doch weil es mich mehr oder weniger betrifft und zu der Stadt gehört, in der ich lebe, schreibe ich hier darüber. Es zeigt ein kleines bisschen wie mit den erneuerbaren Energien und den Menschen, die damit zu tun haben, umgegangen wird. Am besten Ihr macht Euch ein eigenes Bild davon.

Die Cuxhaven Steel Construction GmbH (CSC) - ein Tochterunternehmen der BARD-Gruppe, ist das erste Unternehmen der Offshore-Branche, welches sich in Cuxhaven angesiedelt hat und Gründungsstrukturen und Komponenten für Offshore-Windkraftanlagen gefertigt hat.

Die BARD-Gruppe steht seit 2003 für die Erschließung neuer Energieressourcen auf hoher See. BARD ist Vorreiter bei der Entwicklung und Umsetzung zukunftsweisender Offshore-Windenergienutzung.

Radio Bremen teilt am 11. Februar 2013, 17:18 Uhr mit:

Bard-Tochter "CSC"  (Cuxhaven Steel Construction) stellt Betrieb Ende April ein
Der Hersteller von Stahlkonstruktionen für Offshore-Windparks, Cuxhaven Steel Construction (CSC), schließt seine Produktion. Am 30. April werde der Betrieb eingestellt, teilte der Eigentümer, das Emder Windkraftunternehmen "Bard", mit. 25 der 120 betroffenen Beschäftigten sollen in andere Gesellschaften des Unternehmens wechseln können.
Die Suche nach einem neuen Investor für das Werk in Cuxhaven sei gescheitert. "Die alternativlose Entscheidung zur Aufgabe des Geschäftsbetriebs ist letztlich auch ein Abbild der gegenwärtigen Situation in der Offshore-Windindustrie, in der es seit geraumer Zeit, auch aufgrund der unsicheren politischen Rahmenbedingungen, an Neuaufträgen mangelt", teilte Bard zur Begründung der Werksaufgabe mit. Bereits im August 2012 war wegen des absehbaren Auftragsmangels ein Sozialplan bei CSC beschlossen worden. In Cuxhaven werden riesige, bis zu 500 Tonnen schwere, stählerne Unterwasserverankerungen für die Türme der Windenergieanlagen gebaut, die im Meer Strom erzeugen sollen. Bard beschäftigt insgesamt rund 1.000 Mitarbeiter.
Kaum Hoffnung auf neue Jobs in der Branche

Nur noch wenige Windradfundamente stehen auf dem Werksgelände von CSC in Cuxhaven. Es sind die letzten, die noch ausgeliefert werden. Dann ist Schluss. Dementsprechend wütend und enttäuscht sind die Arbeiter. Viele von ihnen waren von Anfang an dabei, hatten viel Hoffnung in den Ausbau der Hochseewindkraft gesetzt. Jetzt die Ernüchterung und Vorwürfe auch nach Berlin. Denn auch in Bremerhaven oder an anderen Standorten der Hochseewindkraftbranche sieht es momentan nicht gut aus mit Aufträgen. Viel Hoffnung, dass sie anderswo unterkommen haben die CSC-Beschäftigten nicht. Und trotzdem will der Betriebsrat sich jetzt dafür einsetzen, möglichst viele Kollegen weiterzuvermitteln. IG-Metall-Bezirkschef Karsten Behrenwald kritisiert, dass die letzten Monate nicht genutzt wurden, um eine Transfergesellschaft einzurichten und damit die Fachkräfte zu halten. Für die Zukunft und für Firmen, die sich für den Standort Cuxhaven interessieren.
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Die Nordseezeitung online berichtet am  30.04.13 - 06:00 Uhr folgendes:

Cuxhaven. Das Blau leuchtet hoffnungsvoll in der Sonne. Doch drinnen, in der gigantischen Halle der Bard-Tochter Cuxhaven Steel Construction (CSC), sieht es düster aus: Das letzte der 80 knallgelben Offshore-Fundamente, die hier gefertigt wurden, hat vor Wochen die Halle verlassen, heute gehen im CSC-Werk endgültig die Lichter aus. Der Windkraft-Pionier Bard muss die Segel streichen: Keine Arbeit mehr. Von Inga Hansen

Bei Bard selber ist niemand zu erreichen. Auch Thomas Strunck mag eigentlich nichts mehr dazu sagen. „Egal, was jetzt mit der Energiewende passiert, für uns kommt alles zu spät. Und die Jungs haben verdient, dass endlich Ruhe ist“, sagt der CSC-Betriebsratsvorsitzende. Die Jungs, das sind 125 Stahlbauer, Schweißer und Büroangestellten, die zuletzt noch bei CSC beschäftigt waren. 25 von ihnen sind zur Mutterfirma gewechselt. Denn die Bard-Gruppe, die unter Treuhandverwaltung steht, arbeitet mit Hochdruck daran, den eigenen Windpark vor Borkum fertigzustellen. Fünf der gelben Dreibein-Fundamente stehen noch in Cuxhaven, sie sollen bis Ende Juni verschifft werden.
Für Cuxhaven ist die CSC-Pleite ein schwerer Schlag. Die blaue Halle, 2008 erbaut, galt als Symbol für den Aufbruch der Hafenstadt ins Offshore-Zeitalter, nun droht sie zum Zeichen des Niedergangs zu werden. Das Werk des Bard-Gründers Arngolt Bekker, der mit der ambitionierten Idee gestartet war, Windparks komplett aus einer Hand zu liefern, von der Planung bis zur schlüsselfertigen Übergabe, ist dicht. Nebenan, wo der Baukonzern Strabag eigentlich mit der Fertigung von Betonfundamenten in die Offshore-Branche einsteigen wollte, liegt alles weiter brach. Strabag hat seine Pläne, für die Stadt und Land für 65 Millionen Euro eigens Industrieflächen mitsamt einer Spezialkaje hergerichtet haben, auf unbestimmte Zeit vertagt.

Geblieben ist den Cuxhavenern nur Ambau. Das Familienunternehmen aus Brandenburg, das seit vier Jahren an der Elbe kirchturmhohe Stahltürme für die Wind-Riesen auf See produziert, hat zum Glück gut zu tun. Ambau fertigt gerade Stahltürme für die Offshore-Parks Meerwind Süd und Ost, die die Bremerhavener Wind MW vor Helgoland baut. Bis zum Ende des Jahres sei das Werk in Cuxhaven ausgelastet, versichert Ambau-Sprecher Kai Simon. Doch was danach kommt, ist offen. Von der zweiten Halle, die Ambau bauen wollte, weil die Firma zeitweise mehr Aufträge hatte, als sie erledigen konnte, ist nicht mehr die Rede.

Die Krise, in der die Windkraft-Branche steckt, ist in Cuxhaven sichtbar. Schuld sei die unsägliche Energiepolitik der Bundesregierung, klagt Oberbürgermeister Dr. Ulrich Getsch. „In Berlin gibt es nur den Fahrplan, wie man aus der Atomkraft aussteigt, aber nicht wie man in die neuen Energien einsteigt“, kritisiert der parteilose Verwaltungschef. Der Bau der Windparks auf See ist ins Stocken geraten, weil es knirscht im Offshore-Getriebe. Investoren wie Banken halten sich zurück. Weil sie zu wenig Sicherheit haben, wann ihre Parks ans Stromnetz angeschlossen werden. Weil unklar ist, wie schnell die Strom-Autobahnen Richtung Süden gebaut werden. Und weil man in Berlin beim Thema Energiewende inzwischen zuerst an kletternde Strompreise denkt und die Vergütung für Windstrom von See kappen will. Dann, warnt die Branche, stecke keiner mehr 1,5 Milliarden in einen Offshore-Park.

„Ich bin stinksauer auf die Bundesregierung“, bekennt auch CSC-Betriebsrat Thomas Strunck. Der 44-Jährige ist tief frustriert. Als der Stahlbauer bei CSC anfing, dachte er noch, „da gehe ich in Rente“. Heute glaubt er nicht mehr recht an Offshore: „Wer investiert denn in ein totes Pferd?“

Das sieht sein Oberbürgermeister allerdings ganz anders. „Um unseren Offshore-Standort hier mache ich mir überhaupt keine Sorgen“, versichert Getsch. Die Gespräche über neue Ansiedlungen nähmen gerade wieder an Fahrt auf, verrät er. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Netzbetreiber Tennet nun die Engpässe beim Netzanschluss in der Nordsee beseitigen will. Der Oberbürgermeister ist sich sicher: „Offshore, das wird laufen.“

Quelle: http://www.nordsee-zeitung.de/region/cuxland/Hagen_artikel,-Bei-CSC-ist-heute-Schicht-_arid,908615.html
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NWZ Online 01.10.2013
Regionale Wirtschaft
Emder Nordseewerke gehen in Kurzarbeit

Emden
Nach Insolvenz und Verkauf des Offshore-Zulieferers Nordseewerke ist bei der ehemaligen Emder Großwerft Kurzarbeit beantragt. Voraussichtlich seien bis zu 100 der insgesamt 240 Mitarbeiter in wechselnder Besetzung davon betroffen, sagte am Montag ein Unternehmenssprecher. Grund sei der soeben abgeschlossene Bau von Windkraft-Fundamenten.

Der nächste Auftrag einer Unterkonstruktion für eine große Umspannplattform werde erst im November oder Dezember beginnen. Das Volumen werde jedoch nicht für eine Vollbeschäftigung in diesem Jahr reichen. Nach Angaben des Betriebsrats ist die Kurzarbeit für ein Jahr geplant.

Quelle: http://www.nwzonline.de/wirtschaft/weser-ems/emder-nordseewerke-gehen-in-kurzarbeit_a_9,3,3365230373.html

Als ich im Mai hierher zog sah ich nur noch ein paar wenige Windradfundamente im Hafen. Leider hatte ich keine Gelegenheit mehr davon Fotos zu machen, deshalb hier Bilder die ich von der Offshore-Basis aus der Bildergalerie habe.

Bildquelle:
http://www.offshore-basis.de/aktuell/bildergalerie/
Wie Radio Bremen schon mitteilte, besteht kaum Hoffnung auf neue Jobs in der Branche und ich frage mich wie es mit den Windparks weiter gehen wird immerhin betrifft die erneuerbaren Energien die gesamte Republik.
Irgendwann, wenn unsere Regierung wach geworden ist, wird es weiter gehen. Bis dahin warten wir ab und müssen die stetig wachsenden Energiepreise hinnehmen.

Jetzt werde ich erst mal die noch schönen Herbsttage genießen. Wir hatten gestern strahlenden Sonnenschein bei milden herbstlichen Temperaturen. Am Abend wurde es allerdings schon ziemlich kühl.

Vielleicht bekommen wir ja noch ein paar schöne goldene Oktobertage.
Bleibt gesund.
Es grüßt Euch



16 September 2013

Wirtschaftsraum Elbe-Weser-Dreieck

Eigentlich gehört dieses Thema eher in meinen Politblog, doch weil Cuxhaven ja an der Elbmündung liegt, ist es auch ein wirtschaftlicher,- und Umweltfaktor der uns auch betrifft und deshalb schreibe ich hier darüber. Schließlich lebe ich hier im Elbe-Weser-Dreieck.

Umweltverbände beklagen Geldverschwendung.
BUND, NABU und WWF: „Verzicht auf Flussvertiefungen spart 570 Millionen Euro“

Hamburg – Flussvertiefungen kommen nicht nur die Natur teuer zu stehen, sondern auch den Steuerzahler: Bis zu 591 Millionen Euro Steuergelder werden allein durch die geplante Elbvertiefung verschwendet. Das geht aus einer aktuellen Kostenanalyse hervor, die das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung im Auftrag des WWF erstellt hat.
"Deutschland kann sich den unkoordinierten Ausbau von drei konkurrierenden Hafenstandorten nicht leisten - weder ökologisch noch ökonomisch", so das gemeinsame Fazit von BUND, NABU und WWF.


Das Hamburger Abendblatt schrieb am 9.9.13:
Hamburg möchte die Elbe tiedeunabhängig für Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 13,50 Meter befahrbar machen. Mit der Flut ein- und auslaufen sollen somit Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 14,50 Meter können. Die Außenweser wiederum soll so vertieft werden, dass Schiffe mit einem Tiefgang von 13,5 Metern Bremerhaven erreichen können. Die Unterweser nach Bremen wiederum sollen tiedeabhängig Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 11,1 Metern passieren können.
© by Google
Hier auf der Karte seht Ihr wie dicht die Häfen beieinander liegen. Jade Weser Port, nicht weit entfernt Bremerhaven, und oben an der Spitze von Cuxhaven Döse die Elbmündung.

Seit Jahren will Hamburg eine weitere Elbvertiefung durchsetzen. Viel passiert ist bislang nicht. Nun kommt ein von Umweltverbänden in Auftrag gegebenes Gutachten zu dem Schluss, dass eine Kooperation mit den Häfen Wilhelmshaven und Bremerhaven viel billiger wäre. Diese Kooperation hat der WWF im Frühjahr vorgestellt, und ich bin auch der Meinung, dass diese Kooperation  ernsthaft geprüft werden sollte.   

Am Jade Weser Port bestehen am Terminal vier Liegeplätze für Schiffe mit bis zu 430 m Länge und  16,5 m Tiefgang. Der Jade Weser Port ist für Schiffe gut erreichbar und unabhängig von den Gezeiten.
Unabhängig vom Konkurrenzverhalten der Häfen und der Steuerverschwendung, wenn die Weser und die Elbe vertieft werden, denke ich sollte erst mal der Jade Weser Port ans Laufen gebracht werden. Entgegen den früheren Erwartungen laufen nur sehr wenige Schiffe den Port an. Außerdem frage ich mich was eine Vertiefung auf 13,50m soll, wenn die ganz großen Schiffe bereits einen Tiefgang von 18 m haben, oder will man in ein paar Jahren weitere Vertiefungen vornehmen?

Bisher hat das Projekt schon mehrere Millionen für Planung, Gutachten ect. verschlungen.
Aktuell sieht es derzeit so aus das die Angelegenheit dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg vorgelegt wurde. Eine Entscheidung kann also unter Umständen noch Jahre dauern. 

Wir hier in Cuxhaven sind ja wirtschaftlich nicht direkt betroffen, doch sollte es zur Elbvertiefung kommen, wird sich hier an den Elbstränden auch einiges ändern vermute ich mal.

Bleibt gesund.
Viele Grüße