31 Oktober 2017

Aufräumen nach Herwart

"Mehrere Wehren und großes Gerät waren erforderlich um ein Sinken des Schiffees zu verhindern" hatte ich berichtet. Später stellte sich heraus dass das Schiff doch gesunken war.
Das ganze Ausmaß der Schäden, die der Orkan "Herwart" vom Sonntag in Cuxhaven angerichtet hat, kam erst bei genauer Untersuchung zum Vorschein. Die größte Baustelle für die Einsatz- und Bergungskräfte war am Montag nach dem Unwetter der Fährhafen.
Ein 27 m langes Arbeitsschiff mit einem, an Bord stehendem selbstfahrenden Kran, muß geborgen werden. Der Kran war ins Hafenbecken gefallen und untergegangen. Der auslaufende Treibstoff wurde durch eine schwimmende Ölsperre rund um die Untergangsstelle aufgefangen um eine Ausbreitung zu verhindern. Öl wurde abgeschöpft und an Land entsorgt.
Die Bergung gestaltet sich als schwierig. Weil die Kaifläche an dieser Stelle auf Pfählen im Wasser steht, kann die Betonplatte nur begrenzt belastet werden.
Das Schiff hatte sich von einem Schlengel losgerissen und war in eine Lücke zwischen Kaimauer und einem Ponton getrieben. Dort war es leckgeschlagen und vollgelaufen. Orkanbböen bis 140 km/h und eine Sturmflut von 2,50 Metern über dem normalen Hochwasserstand verwandelten die Cuxhavener Küste zu einer brodelnder Hexenküche.
Die 8 Leinen konnten das Schiff nicht halten. Auch die massiven Ketten, mit denen die schweren Betonschwimmkörper an den Pfählen verankert waren, hielten der Brandung nicht stand. Die Pontons rissen sich teilweise los und wurden mächtig durcheinandergewirbelt. Die beiden nördlichen Pontons konnten so grade noch gerettet werden, dank dem Einsatz einer Schlepperbesatzung.
Ich würde jetzt einen großen Schwimmkran holen, aber ich bin kein Experte. Ist natürlich auch eine Kostenfrage und wo bekomme ich ihn  her und wann kann er vor Ort sein.
Vorgeschlagen wurde diese Möglichkeit, aber auch eine Kombination aus kleinem Schwimmkran, zum Beispiel dem „Reebok“ von der Mützelfeldtwerft und einen großen Mobilkran, wie es Berger Andreas Wulf vorgeschlagen hat. 120 Tonnen wiegt das 27 Meter lange und sieben Meter breite Arbeitsschiff, das nach Aussage des Eigners erst vor Kurzem für 120 000 Euro modernisiert worden ist. Wann die Bergung des Schiffes erfolgen kann, stand Montagnachmittag noch nicht fest.
Derzeit suchen Taucher nach dem versunkenem Kran, der anschließend von einem Mobilkran gehoben werden soll.

Diese Rettungsaktion werde ich weiterverfolgen soweit ich sie mitbekomme.

bis dahin
bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

30 Oktober 2017

"Herwart" tobt an der Nordsee

Der dritte Herbststurm in diesem Jahr bei uns, hat uns hart getroffen. Eine schwere Sturmflut bescherte uns Herwart. In den Medien wird viel über Stürme in den großen Städten berichtet, jetzt möchte ich hier darüber schreiben wie es hier war.

An der Nordsee gab es nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Morgen an vielen Orten eine schwere Sturmflut. Am Emssperrwerk in Gandersum, in Bensersiel, Wilhelmshaven, Cuxhaven und Bremerhaven lagen die Wasserstände mehr als zwei Meter höher als normal.

Regelrecht gewütet hat ein Herbststurm mit Namen "Herwart" in Stadt und Landkreis Cuxhaven. Früh morgens waren die Fluttore geschlossen worden. Gegen 4 Uhr früh gab es einen ersten Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Mitte. Im alten Fischereihafen wurde ein großer Teil des Daches der Traditionsreichen Fischhallen abgedeckt. Ab 6:30h waren alle Wehren im Einsatz. Im Fährhafen drückte der Sturm ein, zuvor losgerissenes, Arbeitsschiff so stark an die Kaimauer, dass Wassereinbruch die Folge war. Mehrere Wehren und großes Gerät waren erforderlich um ein Sinken des Schiffees zu verhindern. In der Stadt gab es keine Verletzten.

Im Landkreis hingegen konnten die Kameraden der Cuxhavener DLRG gemeinsam mit Kräften der Bundeswehr gerade noch Rechtzeitig zwei unterkühlte Urlauber retten, die zuvor in ihrem Wohnmobil von den heranrauschenden Wassermassen der Sturmflut, die es entlang der gesamten Küste gab, eingeschlossen wurden.
Um 05:20 Uhr wurde über die BF Cuxhaven die SEG der DLRG Cuxhaven zur Unterstützung im Landkreis Cuxhaven mit dem Einsatzstichwort „Fahrzeug mit Personen im Wasser“ im Bereich Cappel-Neufeldt alarmiert. Angefordert wurden Taucher und Boote für diesen Einsatz. Seitens der Einsatzleitung Dorum wurde neben der DLRG SEG Cuxhaven, die Tauchgruppe der Berufsfeuerwehr Bremerhaven, die DLRG Dorum und ein SAR SeaKing angefordert. Vor Ort stellte sich heraus, das ein PKW mit 2 Personen sich ca. 500 m im überfluteten Deichvorland auf einem geräumten Sommercampingplatz befand. Eine Rettung über Boote war nicht möglich. Auch ein Erreichen des PKWs zu Fuss wäre sehr schwierig und bei den Wetterverhältnissen nicht ungefährlich gewesen. Da der SAR Hubschrauber sich im Zulauf befand wurden ausgebildete Cuxhavener Luftretter für eine Unterstützung des SAR vorgeplant. Dem SAR Hubschrauber gelang es aber die Personen aus dem Fahrzeug ohne weitere Unterstützung aufzuwinschen. Die Personen wurden vom Hubschrauber vor Ort an den Landrettungssdienst zur weiteren Versorgung abgegeben.

Die untere Plattform der alten Liebe war komplett überspült. Hier ein paar Bilder. Aufgenommen von der Webcam deshalb leider unscharf.


21 Oktober 2017

Elbvertiefung

Im Februar hatte ich Euch hier bereits über die Elbvertiefung berichtet. Mehrere Privatpersonen und Jagdverbände sowie die Städte Cuxhaven und Otterndorf haben beim Bundesverwaltungsgericht  Klage gegen die Elbvertiefung eingereicht. Am 16. November soll darüber verhandelt werden.
Kritik äußerte Rechtsanwalt Frank Niederstadt, der Cuxhaven rechtlich vertritt, vor allem am geplanten Unterwasserbauwerk in einer Fahrrinne in der 15 Kilometer breiten Elbmündung. Das Bauwerk solle tidedämpfend wirken und die Strömungsgeschwindigkeit und den Wasserdurchfluss verringern. "Das aber wird aus unserer Sicht langfristig nicht funktionieren. Jeder weiß: Wasser bahnt sich seinen Weg und wird neue Rinnen finden", sagte Niederstadt.
Die ursprüngliche Planung damals soll von kleineren Schiffen ausgegangen worden sein. Inzwischen gibt es aber immer größere Containerschiffe, die auch für die Ost-Asien-Route wichtig sind. "Die Auswirkungen dieser großen Schiffe wurden aber in den Planungsunterlagen gar nicht untersucht", kritisierte Niederstadt. Diese Schiffe haben wegen ihrer Größe eine ganz andere Wasserverdrängung. Dazu kommt eine wesentlich stärkere Sogwirkung. Die Elbvertiefung beeinflusst nicht nur Menschen und Tiere, sondern der Küstenschutz müsste auf der gesamten Strecke neu überdacht werden. Die Deiche müssten verstärkt und erhöht werden.

Bereits im Februar hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass die Pläne zur Elbvertiefungen Mängel aufweisen und geändert werden müssen.

Meiner Meinung nach sollten erstmal die Kapazitäten des Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven ausgeschöpft werden. Der Jade-Weser-Port ist der einzige Hafen in Deutschland, den Schiffe unabhängig von Beladung, Tiefgang und Wasserstand anlaufen können.

Vermutlich wird es noch lange dauern bis die Hamburger mit der Elbvertiefung beginnen können und wenn sie dann genauso schnell bauen wie bei der Elbphilharmonie, dann werde ich das nicht mehr erleben.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

18 Oktober 2017

Weidetierhalter „missbraucht und hintergangen“

Wie die Zeitungen und der NDR 1 berichteten, fühlen sich die Weidetierhalter im Cuxland „missbraucht und hintergangen“. Sie werden mit ihren Ängsten und Sorgen alleine gelassen. Nicht überall sind Einzäunungen zum Schutz der Weidetiere möglich. Zudem überwänden die Raubtiere mittlerweile selbst zwei Meter hohe Schutzzäune. Die Ankündigung von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Landesumweltminister Stefan Wenzel (Grüne), auch ganze Wolfsrudel zu töten, bezeichnete das Landvolk als „Vernebelungstaktik“. Im Raum Cuxhaven werden inzwischen auch immer öfterer Rinder gerissen. Ausgleichszahlungen für gerissene Weidetiere dauern viele Monate. In manchen Fällen werden die Weidetiere auch im Sommer im Stall gehalten, was natürlich zu erheblichen Mehrkosten führt. Die Tierhalter müssen dann das Futter kaufen. Kleinere Weidetierhalter haben bereits aufgegeben.

Auf langgezogenen Deichen, könnten die hiesigen Schafhalter ihre Tiere nicht nur schwer, sondern gar nicht davor schützen, von Rudeln gerissen zu werden. „Wo der Wolf lebt, wird es keine Schafe und keine Trockenrasenlandschaften mehr geben. Ein Schutz der Schafe ist hier kaum möglich“, sagen Experten.
Die europäische Strategie einer Koexistenz der Weidewirtschaft mit diesem Raubtier ist grandios gescheitert und muss neu diskutiert werden. Noch beunruhigender sei die Tatsache, dass die Anwesenheit von Menschen, die Nähe von Straßen und Siedlungen, den Wolf nicht mehr abschreckt. Intelligent, wie sie sind, hätten die Raubtiere „gelernt“, dass sie privilegiert sind und ihre Attacken folgenlos bleiben.
Ein aktuelles Gutachten empfiehlt den kontrollierten Abschuss des Wolfes in Deutschland wie es bereits in einigen europäischen Staaten der Fall ist. Erstellt hat die Studie Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel vom Zoologischen Institut der Universität Berlin

Nicht nur die Bundesumweltministerin (SPD) sondern auch der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) wurden für ihr Verhalten stark kritisiert. Bei der Landtagswahl in NDS vor wenigen Tagen haben die Grünen 5% Punkte seit der Wahl von 2013 verloren. Analysen sagen, dass dieser Rückgang teilweise darauf zurückzuführen sind, dass Stefan Wenzel das Landvolk und die Weidetierhalter so im Stich gelassen hat.

Wetterbedingt sind jetzt die meisten Tiere von den Weiden und Deichen geholt worden. Die Wölfe bekommen aber wieder Nachwuchs, die Rudel vergrößern sich, oder teilen sich, sodass wir im kommenden Jahr nochmehr Wölfe haben werden. Touristen haben wir nicht mehr viele (im Verhältnis zu den Ferien) sodass zur Zeit auch unsere Heide sicher ist.
Wie wird sich das jedoch im nächsten Jahr, oder später entwickeln?
Ich bin gespannt.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

11 Oktober 2017

Neue Liegeplätze-Offshore-Industrie

Nachdem sich Siemens in Cuxhaven niedergelassen hat, gehen die Arbeiten an neuen Liegeplätzen zügig vorran. Nachdem im August 2017 die Einweihung des Liegeplatzes 9.3 gefeiert wurde, ist die Fertigstellung des Liegeplatzes 9.2, und der Baubeginn am Liegeplatz 9.1 ein weiteres Zeichen für die richtigen Entscheidungen.
Das Deutsche Offshore-Industrie-Zentrum entwickelt sich außergewöhnlich gut und übt eine Strahlkraft auf die gesamte Region aus.

Aufgrund der hohen Auslastung der bestehenden Liegeplätze des Deutschen Offshore-Industrie-Zentrums musste mit dem Ausbau des Liegeplatzes 9.1 begonnen werden das im April 2018 mit einer schwerlastfähige Kaianlage in einer Länge von 142 m bei einer Wassertiefe von 7,4 m fertig sein soll.

Auf der östlichen Seite des Siemens Betriebs soll in wenigen Wochen ebenfalls mit dem Beginn eines neuen Liegeplatzes begonnen werden.
Liegeplatz 4. Vorgesehen ist die Kaianlage auch für Siemens aber auch andere Unternehmen, die die Kaikanten brauchen, um Komponenten von Windkraftanlagen umzuschlagen.

Normalerweise sind die Norddeutschen ziemlich langsam mit ihren Entscheidungen. Hier in Norddeutschland ticken die Uhren anders. Das ist nicht nur in Cuxhaven oder Niedersachsen so, sondern auch in HH SH und Bremen so. Das ist meine Erfahrung. In dem oben beschriebenem Fall ist es anders. Es geht zügig voran. Ein großes Plus für Cuxhaven und die ganze Region, von der wiederum der gesamte norddeutsche Raum profitiert. Ich bin begeistert. Es fördert nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Energiepolitik, sondern senkt auch die Umweltbelastung, denn Windkraftanlagen belasten weit weniger als Kohle und sind bei weitem nicht so gefährlich wie Atomenergie.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße