Gestern hatten wir einen Tag wie wir ihn uns nicht noch einmal wünschen. Aber fangen wir von vorne an.
Ende
September zog über uns eine Frau mit ihrem kleinen Kind (3. Etage) ein. Das
Mädchen ist etwa 4 Jahre alt, die Mutter 29 Jahre alt. Schon nach den ersten Tagen nach dem Einzug
hörten wir die Frau so laut rumschreien, dass man es nicht nur im Treppenhaus
und in den anderen Wohnungen hörte, sondern sogar auf dem Bürgersteig vor dem
Haus. Im Laufe der kommenden zwei Wochen wurde diese Schreierei immer
schlimmer, egal ob morgens um 6 oder abends bis 24:00 Uhr.
Es kam
auch vor dass sie Gegenstände durch die Wohnung schmiss, oder lautstark
mehrmals hintereinander Türen zuknallte.
Ein direkter Nachbar, Herr P… hat sich zu dem Zeitpunkt beim
Hausmeister über den Lärm beschwert der dass dann wiederum dem Vermieter
mitgeteilt hat. Einmal hat unser Nachbar versucht bei der Frau anzuschellen um
sie zur Rede zu stellen. Sinnlos, sie öffnete nicht. Dann hat der Nachbar auch
das Jugendamt darüber informiert weil er Angst um das Kind hatte. Das Jugendamt
kam zu einem kurzen Hausbesuch zu der Frau K…, und danach wurde es für einige
Tage ruhiger.
Vergangenen
Samstag ging der Terror wieder los. Pünktlich morgens um 6. Die Frau hatte wieder einen ihrer Wutanfälle,
schrie auf arabisch, englisch und deutsch ihr Kind an. Solche Anfälle dauern
zwischen 5 und 30 Minuten. Sonntagmorgen das Gleiche. Montagabend um 21:45 Uhr.
Am Dienstag ging es dann bereits um 5:30
Uhr los, und dauerte bis 8:00Uhr.
Herr P.,
klingelte bei uns an und fragte ob wir den Krach auch hören. Klar hörten wir
den. Er erzählte mir dann dass er den
Hausmeister bereits vor Wochen darüber informiert hat. Er sagte mir auch dass
er schon das Jugendamt informiert hat, aber man würde die Angelegenheit
runterspielen.
Ich sagte ihm dann das ich mich jetzt auch mit einschalten werde. Ein paar Minuten später sah mein Goldstück am Fenster den Hausmeister, sagte mir bescheid und ich ging runter und sprach ihn gleich darauf an. Der Hausmeister ging daraufhin an die Wohnungstüre von Frau K… schellte, klopfte und rief ihr zu dass er sie sprechen will. Sie wollte kein Gespräch und öffnete auch nicht.
Ich sagte ihm dann das ich mich jetzt auch mit einschalten werde. Ein paar Minuten später sah mein Goldstück am Fenster den Hausmeister, sagte mir bescheid und ich ging runter und sprach ihn gleich darauf an. Der Hausmeister ging daraufhin an die Wohnungstüre von Frau K… schellte, klopfte und rief ihr zu dass er sie sprechen will. Sie wollte kein Gespräch und öffnete auch nicht.
Der
Hausmeister versprach mir mit dem Vermieter zu reden. Mit unserem Nachbarn habe ich dann nochmal
gesprochen und wir vereinbarten dass er nochmal beim Jugendamt anruft. Ein
anderer Nachbar aus der ersten Etage will angeblich nichts mitbekommen haben.
Nachmittags traf ich einen Hausbewohner, Herrn A… aus dem Erdgeschoss, sprach ihn an und der
bestätigte mir dass er den Lärm selbst da unten hört, weiß jedoch nicht was er
machen kann. Da er den Vermieter seit einigen Jahrzehnten kennt, riet ich ihm
den doch mal anzurufen.
Danach
ging ich zu Herrn P… und fragte nach was das JA gesagt hat. Er hatte morgens
dort angerufen, den Fall nochmal geschildert und bekam dann als Antwort dass
die zuständige Sachbearbeiterin noch nicht im Haus sei, aber sie würde ihn
zurück rufen sobald sie im Dienst ist. Als bis 15:00 Uhr immer noch kein
Rückruf erfolgt war, rief er nochmal an. Man sagte ihm die Sachbearbeiterin ist
grade nicht an ihrem Platz, er möge bitte um 16:00 Uhr nochmal anrufen dann sei
sie da. Als er um 16 Uhr anrief, ging ein AB an und teilte mit das der Anruf
außerhalb der Geschäftszeit statt findet, und man möge bitte am nächsten Tag
nochmal anrufen. Jetzt wußte Herr P… auch nicht mehr was er noch unternehmen
kann.
Als ich
das hörte hatte ich einen richtig dicken Hals. Ich sagte ihm ich werde dem JA
am selben Abend, oder spätestens am nächsten Morgen ein Fax schicken.
Am späten Nachmittag war ich mit Elke noch in der Stadt und dort erreichte mich ein Anruf von unserem Vermieter. Er wollte wissen was im Haus los ist nachdem ihn Herr A.. auf meinen Rat hin angerufen hatte. Ich war erstaunt das der Vermieter mich anrief, denn wir wohnen ja erst seit Mai im Haus.
Dem Vermieter erklärte ich den Sachverhalt und er versprach mir der Frau K…. eine Abmahnung zu erteilen.
Am späten Nachmittag war ich mit Elke noch in der Stadt und dort erreichte mich ein Anruf von unserem Vermieter. Er wollte wissen was im Haus los ist nachdem ihn Herr A.. auf meinen Rat hin angerufen hatte. Ich war erstaunt das der Vermieter mich anrief, denn wir wohnen ja erst seit Mai im Haus.
Dem Vermieter erklärte ich den Sachverhalt und er versprach mir der Frau K…. eine Abmahnung zu erteilen.
Ein sehr deutliches Fax sendete ich am Mittwochmorgen ans JA in dem ich beschrieb was in der letzten Zeit vorgefallen ist, und das ich befürchte dass das Kind bei einer der Wutanfälle seiner Mutter mal zu Schaden kommen kann. Außerdem liegt aus meiner Sicht schon jetzt eine psychische Kindesgefährdung vor. (Das war jetzt die Kurzform. Das Fax war zwei Seiten lang)
Mittwochmorgen
ruft mich plötzlich der Vermieter nochmal an um mir mitzuteilen das meine
Befürchtungen das Kind betreffend teilt, und über seinen Rechtsanwalt die
Polizei informiert hat und die gleich erscheinen. Die Polizei war auch schnell
vor Ort, ließ sich von mir nochmal das Nötigste erklären, klingelte dann bei
Frau K… die aber durch die Wohnungstür verlauten ließ dass sie niemandem
öffnet. Weil in diesem Moment keine
akute Gefährdung vorlag, konnten die Beamten nicht viel unternehmen. Ich bekräftigte
nochmal welche Kindesgefährdung ich sehe,
die Beamten sprachen daraufhin noch mit dem Hausmeister und unserem Nachbarn
Herrn P… daraufhin entschieden sie dass
sie das JA anrufen und entscheiden lassen.
Vom JA kam eine Mitarbeiterin die als einer der ersten Feststellungen erstmal verlauten ließ dass sie sowieso demnächst hierhin gekommen wären, da sie einen Tag vorher und am selben Morgen schon benachrichtigt worden wären.
Anschließend versuchte sie mit Frau K.. zu reden, das war jedoch unmöglich. Frau K.. fing wieder an zu schreien, allerdings hatten sich die Beamten und die JA mitarbeiterin auf unsere Etage zurück gezogen. Vermutlich dachte Frau K.. alle wären weg. Einer der Beamten fragte dann die JA Mitarbeiterin ob sie das für normal hielt. Die JA Mitarbeiterin sagte einem der Beamten dass sie zur Zeit keine Akteneinsicht hat da die zuständige Kollegin in Urlaub ist.
In der Zwischenzeit kamen 2 Rettungswagen, ein Notarztwagen und weitere Polizisten. Nachdem endlich alle eingesehen hatten dass Frau K… die Türe nicht öffnet, wurde endlich entschieden die Türe gewaltsam zu öffnen. Die Feuerwehr wurde gerufen.
Die Tür zu öffnen war wohl nicht ganz so einfach, Frau K… hatte sich regelrecht verbarrikadiert, doch nach etlichen Minuten gelang auch die Türöffnung. Frau K… hatte sich dann aber mit dem Kind ins Bad verkrochen und da wohl auch eingeschlossen. Mit größter Vorsicht wurde aber auch diese Türe wohl aufgebrochen.
Als man endlich zu Frau K.. und dem Kind vorgedrungen war, musste der Frau erst noch ein Messer gewaltsam abgenommen werden. Danach hat man sofort das Kind erstmal weg gebracht und ca 15 Minuten später auch die Frau. Es gab glücklicherweise keine Verletzten.
Der ganze
Einsatz dauerte mehrere Stunden. Ich glaube es waren ca 3 ½ bis 4 Stunden. Wir
waren während dessen in unserer Wohnung, haben aber alles mitgehört weil sich
viele der Einsatzkräfte vor unserer Türe aufhielten und unterhielten und die
betroffene Wohnung lag ja über uns. Gehört hatten wir etwas von zeitweise 16
Leuten gleichzeitig im Treppenhaus. Gezählt habe ich mind 6 Polizisten, 4
Feuerwehrleute, 4 Sanitäter, Notarzt und
sein Fahrer, 3 Jugendamtmitarbeiter/innen (zwei davon kamen im Laufe nach) und
zwei zivile Personen die was zu sagen hatten. Einer davon war glaube ich vom
Ordnungsamt.
Frau K…
wird/wurde vermutlich in die Psychiatrie eingewiesen. Wie lange sie dort
bleiben muss wird ein Richter entscheiden.
Ich frage
mich allerdings wieso eine MA vom JA keine Akteneinsicht hat bloß weil jemand
in Urlaub ist. Ebenso das erst vom Jugendamt reagiert wird wenn sie von der
Polizei angefordert werden, aber ich glaube über das Verhalten von Jugendämtern
haben wir in den letzten Jahren genug in Zeitungen und TV gelesen und gehört,
so dass sich jeder selbst über die Arbeitsweise dieser Behörde seine eigene
Meinung bilden kann.
Elke und
ich sind froh das dem Kind nichts passiert ist und sich jetzt hoffentlich
erholen kann.
Elke,
vielen Dank für Deine Worte “ Das ist das erstemal mit meinen Schatz so
was durch zu ziehen und ich muss sagen ich bin mächtig stolz drauf. Kein Mann
mit längeren wenn und aber sondern machen.“ hier in Deinem Post.
Bleibt
gesund.
Viele Grüße
Viele Grüße

