21 Oktober 2014

Dummheit oder...? Wattalarm

Passend zu meinem Post vom 1.10.2014 hier nun ein Wattalarm vom 18.10.14 zwischen Cuxhaven und der Insel Neuwerk.

Um 04:33 Uhr (bei auflaufendem Wasser) wurden die Kräfte der SEG Wasserrettung mit dem Einsatzstichwort „Wattalarm“ alarmiert. Erschwert wurde der nächtliche Einsatz durch dichten Nebel. Aus dem Watt hatte eine
Person die Feuerwehr alamiert, weil sie sich im Watt befand und offensichtlich durch den Nebel die Orientierung verloren hatte.

Ausgerückt sind:

SEG der DLRG mit 2 Rettungsbooten
BF Cuxhaven mit RB
FF Duhnen mit Trecker und RB
Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH
Wasserschutzpolizei

Sofort wurde das Radar in der Rettungsstation Duhnen besetzt. Bei dichtem Nebel tasteten sich zwei Rettungsboote unter Radarberatung an die Rettungsbake 6 heran, auf der die Person mittlerweile Zuflucht gefunden hatte.
Die Person wurde sicher auf eins der Boote übernommen, und beide Boote fuhren, wieder unter Radarberatung, zurück an den Strand, wo die Person der Wasserschutzpolizei übergeben wurde, um die Personalien festzustellen.

Da fragt man sich doch allen Ernstes was macht jemand mitten in der Nacht, und dann auch noch bei Nebel, mitten im Watt bei auflaufendem Wasser. Wie leichtsinnig, lebensmüde, betrunken oder dumm muss man sein um sich selbst, aber auch die Retter in solche Gefahr zu bringen?
Unsere Rettungskräfte haben schon einiges erlebt, aber solche Aktionen sind auch für sie ungewöhnlich.

Ich habe das Gefühl, dass der Leichtsinn heutzutage keine Grenzen mehr hat.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

01 Oktober 2014

Strandwache + Wasserrettung

An unserer Küste in Cuxhaven werden die Strände permanent überwacht. Die Leitung dazu liegt bei der NHC (Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH, unsere Kurverwaltung).
In den Sommermonaten von Mai bis Ende September sind alle 5 Rettungsstationen der einzelnen Strandabschnitte von NHC Mitarbeitern besetzt und werden ab Juni von der DLRG und dem Deutschen Roten Kreuz unterstützt. Die Einsatzleitstelle befindet sich in der Rettungsstation Duhnen. Bei einem Wattalarm werden von da aus die Einsätze von der Feuerwehr-Wasserrettung, NHC Wasserrettung, DLRG und DGzRS koordiniert.
Die Station Duhnen ist außer mit normalem Funk für Rettungsdienste aber auch mit Seefunk ausgerüstet. Außerdem ist auf der Station ein Personenradar.
Personenradar
Windrichtung und Geschwindigkeit



Alle anderen Stationen überwachen die Strände mit Ferngläsern, haben Funk, Telefon und Faxgeräte. Auf den Faxgeräten kommen Sturm- Gewitter oder sonstige Warnmeldungen vom Deutschen Wetterdienst.

Eine Ausnahme gibt es noch. Strandhaus Döse. Das ist eine Station vom DRK. Trotzdem wird natürlich auch dort der Strand genauso überwacht wie auf allen anderen Stationen.

Insgesamt gibt es in Cuxhaven 6 Rettungsboote, einen Jetski und den Rettungskreuzer Hermann Helms mit Tochterboot Biene. Im Extremfall rücken alle aus. Meistens ist es aber so das nur 3 oder 4 Boote mit Unimog oder Trecker ins Watt gezogen werden, wo sie dann zu Wasser gelassen werden.

RTB 1 Berufs Fw Cux
JetSki DLRG
MRB 1 "Herrmann Schrader" DLRG
MRB 2 "Kuddel" DLRG
MRB 3
MZB "Kugelbake" DLRG
JetSki DLRG
Treckker und MRB „Franz Mützefeldt“ RTB 2 FFw Duhnen

RTB = Rettungsboot
MZB = Mehrzweckboot
MRB = Motorrettungsboot

In der restlichen Jahreszeit von Oktober bis April, ist nur die Rettungsstation Duhnen zu den Wattwanderzeiten besetzt.

Im Jahr gibt es hier ca 30-40 Einsätze. Tendenz steigend. Leider sind ein Teil der Einsätze erforderlich weil sich Menschen leichtsinnig in Gefahr bringen. Noch schlimmer sind diejenigen die fahrlässig handeln, enteder durch Selbstüberschätzung oder weil sie jegliche Warnungen missachten.
Ich kann nicht sagen wie es in anderen Küstenorten gehandthabt wird, aber ich glaube wir haben hier eine gute Strandüberwachung.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße