01 August 2014

Wattalarm


Da ich hier am Wattenmeer wohne gibt es hier machmal (im Sommer oft) Wattalarm. Das ist eine Alamierung wenn Menschen oder Tiere von der Flut (dem auflaufendem Wasser) überrascht werden. 

In den letzten Wochen hatten wir öfter Wattalarm. Eigentlich hier nichts Ungewöhnliches, jedoch möchte ich Euch ein paar besondere Fälle beschreiben, die auch hier nicht so oft passieren. Gleichzeitig möchte ich damit zeigen, wie gefährlich das Wattenmeer sein kann, wenn man sich nicht informiert, leichtsinnig oder überheblich ist oder Warnungen ignoriert. In den meisten Fällen sind es Touris, die in Notlagen kommen. Bedauerlicherweise ist aber auch ein Einheimischer, der sich eigentlich auskennen sollte, in Lebensgefahr gekommen. Für ihn gab es keine Rettung mehr, aber dazu später ausführlicher.
Über die Rettung zweier Reiterinnen, und die Rettung eines Paares mit Hund habe ich ja bereits am 26. + 28.06. berichtet.
Diese Beiden Wattrettungsfahrzeuge kennt Ihr ja bereits, aber natürlich sind das nicht die Einzigsten Wattretter in Cuxhaven.

Am 05.07. gab es den nächsten Wattalarm. Eine Personengruppe die sich bei einem aufziehenden Unwetter noch im Watt zwischen Cuxhaven und Neuwerk bei der Rettungsbake 7 befand, wurde von der Berufsfeuerwehr, der FFw Duhnen, der DLRG und Rettungskräften der NHC an einen Neuwerker Trecker übergeben der sie dann zur Insel brachte. Die Gruppe hatte sich, unabhängig vom Unwetter, mit der Zeit und der kräftig auflaufenden Flut verschätzt. Aus dem Rückweg nahm die FFw Duhnen einige Personen auf, die den Rückweg vor dem Unwetter sonst nicht mehr geschafft hätten. Weiterhin wurden durch die Rettungskräfte im Watt noch diverse Wattläufer über das aufziehende Unwetter informiert und zur Rückkehr an Land aufgefordert. In diesem Fall waren alleine von der FFw Duhnen 15 Rettungskräfte im Einsatz.

20.07.
der traurigste Fall in diesem Jahr bisher an unserer Küste. Gegen 17:30h ging der Alarm ein, dass eine Person im Wasser vermisst wird. Ein 32 jähriger Cuxhavener war mit seinem 3-jährigem Sohn und einem Bekanntem ins Watt gegangen um Krabben zu fischen. Die Drei waren unweit des Weser-Elbe-Wattfahrwassers von der Flut überrascht worden. Um möglichst schnell zurück zum Strand zu gelangen, versuchten sie einen Priel zu durchqueren. Der Vater konnte sein Kind noch dem Bekannten übergeben, der es an Land brachte und den Alarm auslöste.
Sämtlich verfügbaren Rettungskräfte wurden alarmiert und kamen zum Einsatz.

Beteiligte Einheiten:
- BF Cuxhaven
- FF Duhnen
- FF Mitte
-  FF Döse
- FF Sahlenburg
- FF Neuwerk
- DLRG
- DGzRS- NHC
- Rettungshubschrauber Christoph 26
- Wasserschutzpolizei Hamburg / Cuxhaven

Koordiniert wurde, wie immer in solchen Fällen, über Ranger Control in der Rettungsstation Duhnen.
Das DRK und ein Arzt der DLRG kümmerten sich in der Rettungsstation Duhnen um die Angehörigen.

Obwohl bis in den Montag hinein nach dem Mann gesucht wurde, konnte er nicht gefunden werden.
Am 28.07. kam dann die traurige Nachricht, dass der Mann von einem Hubschrauber der Bundespolizei entdeckt, und von der Wasserschutzpolizei weit draußen geborgen wurde. Der 32-Jährige wurde dabei vermutlich von der Strömung unter Wasser gezogen, ertrunken und weit abgetrieben worden.

Bild von Wikipedia.org
Zur Information: So sieht einer der 7 Rettungsbaken vor Cuxhaven aus.

Jedes Gewässer kann Gefahren in sich birgen und jedes Gewässer ist anders, egal ob Nord,- oder Ostsee oder Binnengewässer. Ich kann nur raten sich vorher zu informieren und die Warnhinweise zu beachten.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

5 Kommentare :

  1. Interessanter Bericht und ich finde es ganz toll, dass Du als Binnenländer unter diesen Rettern bist.

    liebe Grüsse
    Brigitte die Weserkrabbe

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  2. Hallo Nachtfalke,
    selbst bei uns im Flachland hat man von solchen Fällen gehört.
    Schlimm ist dabei, dass sich die Leute nicht nur selbst in Gefahr bringen,
    sondern auch ihre Lebensretter. Zum Glück haben wir uns nicht weit hinaus bewegt,
    aber das erwartet man ja von jedem.

    beste Grüße an dich,
    egbert

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    1. Ja leider. Erst letzte Woche hatten wir durch den Blödsinn leichtsinniger Menschen eine Wasserrettein von der DLRG die sich stark verletzt hat. Das wäre nicht passiert wenn, ....... (meine Erziehung verbietet mir den passenden Ausdruck dafür) es nicht gäbe.

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  3. Deine Zeilen hier, lieber Nachtfalke, sollte jedem zu denken geben, der gedenkt, ins Watt zu spazieren.
    Allein sollte man es sowieso nie tun und Binnenländer tun gut daran, sich für solche Ausflüge Wattführern anzuschließen, die die Gegebenheiten kennen und sich vor allen Dingen mit den Gefahren auskennen.

    Schlimm für den kleinen Jungen, der seinen Vater auf diese dramatische Art nun verloren hat.
    Bei Elke habe ich gelesen, dass du selbst hier bei den Rettungskräften tätig bist, Hut ab vor dieser Arbeit. :-)

    Liebe Grüße und dir eine schöne neue Woche
    Christa

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    1. Da kann ich Dir nur vollkommen Recht geben. Danke für Deine Anerkennung.

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