Ein Thema, das ich hier auch mal ansprechen muss. Gewalt gegen Frauen. Aus meinem Umfeld habe ich das leider auch erfahren müssen. Bedauerlicherweise immer erst hinterher.
Es wäre schon viel gewonnen, wenn Frauen über ihre Erfahrungen mit Gewalt angstfrei reden könnten. Ohne Angst vor ihrem Partner, vor sozialem und beruflichem Abstieg. Das könnte eine Botschaft sein an einem Tag, der den Betroffenen von Gewalt gewidmet ist. Dieser Samstag ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, und die Botschaft gilt weltweit, weil diese Gewalt weltweit grassiert. Sie wird für die Öffentlichkeit manchmal in Einzelschicksalen sichtbar, meistens aber nur in großen, erschütternden Zahlen.
2016 kam es in Deutschland laut Bundeskriminalamt zu 133.080 Fällen von Gewalt in Partnerschaften. Diese Gewalt findet oft in nächster Nähe statt. In 82 Prozent der Fälle sind Frauen die Opfer. Besonders erschreckend: Fast jeden zweiten Tag werden in Deutschland eine Frau oder ein Mann von ihrem Partner oder seiner Partnerin umgebracht. Insgesamt 149 Frauen und 14 Männer wurden 2016 Opfer von Mord und Totschlag.
Gegenüber 2015 ist die Anzahl der Opfer partnerschaftlicher
Gewaltdelikte um 4,4 Prozent angestiegen, eine Entwicklung, die seit
2012 festzustellen ist. Insgesamt waren 108.956 Frauen von
Partnerschaftsgewalt betroffen. Dies entspricht einem Anteil von 35
Prozent gemessen an allen unter den relevanten Straftatengruppen
erfassten weiblichen Opfern.
2016 wurden in Deutschland Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt (versuchte und vollendete Delikte)
von vorsätzlicher einfacher Körperverletzung: über 69.700
von Bedrohung: über 16.700
von gefährlicher Körperverletzung: rund 11.900
von Stalking: über 7.600
von Mord und Totschlag: 357
Bei
Vergewaltigung und sexueller Nötigung in Partnerschaften sind die Opfer
zu fast 99 Prozent weiblich, bei Stalking und Bedrohung in der
Partnerschaft sind es fast 90 Prozent. Bei vorsätzlicher, einfacher
Körperverletzung sowie bei Mord und Totschlag in Paarbeziehungen sind 81
Prozent der Opfer Frauen.
Quelle: Bundeskriminalamt
Katarina Barley, Bundesfrauenminister: "Die Zahlen sind erschreckend - insbesondere mit Blick auf die vermutete Dunkelziffer. Die ansteigenden Zahlen der bekannt gewordenen Delikte sind aber auch ein Zeichen dafür, dass mehr Opfer Hilfe bei der Polizei suchen und erlittene Gewalttaten zur Anzeige bringen. Eine solche Entwicklung wird auch durch den veränderten gesellschaftlichen Umgang mit sexuellen Übergriffen und Diskriminierung, wie etwa aktuell durch die #metoo-Debatte, befördert."
Diese Zahlen werden immer erschreckender, obwohl, eigentlich ist, dass ein Problem das schon viele Jahrzehnte bekannt ist, aber immer versucht wurde herunterzuspielen. Ein Problem unserer Gesellschaft und unserer Regierungen.
Der Hashtag #MeToo hat eine Debatte ausgelöst und ich hoffe, dass endlich mal möglichst viele Menschen aufgerüttelt werden.
Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

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