03 März 2018

Unser Hafen



Als die Dampfmaschine entstand eröffneten sich auch neue Perspektiven für die Hochseefischerei in Cuxhaven.

Ab 1885 veränderten sich die Häfen, auch in Cuxhaven. Zu diesem Zeitpunkt hat man Cuxhaven an die Bahnlinien Richtung Hamburg und Bremen angeschlossen. Das brachte Cuxhaven als Hamburgs Außenposten an der Nordsee in die Pole Position. Der Hafen von Cuxhaven gehörte damals noch zu Hamburg. Den Hamburgern war schon bewusst, welche Vorteile dadurch hatten, hielten sich aber dennoch zurück, um die Interessen ihrer eigenen Fischmärkte nicht zu gefährden. Die meisten Fischereifahrzeuge. Im Bereich der Elbe waren ohnehin in Finkenwerder und Blankenese beheimatet.
Der Cuxhavener Fischereibetrieb war dagegen eher klein. Grade mal 18 Fischer.
Als Schutzhafen für die Segelfischer war Cuxhaven für die Hamburger wichtig.  In den Jahren 1883 bis 1905 gingen 106 Schiffe – die meisten in den Winterstürmen – in der Nordsee verloren. Das war ein Grund, warum sich der Hamburger Senat 1889 zum Bau des ersten kleinen Fischerhafens entschloss. Die Kosten? 600 000 Mark.
Nach drei Jahren war das neue Hafenbecken fertig. Es maß etwa 220 Meter in der Länge und rund 130 Meter in der Breite, bei einem Tiefgang von drei Metern. Die östliche Seite des kleinen Hafenbeckens ist der heutige Lübbertkai. Die Fischhallen I und II und die erste Auktionshalle kamen später hinzu. Dieser Fischerhafen bildete die Basis für den 1908 gegründeten staatlichen Seefischmarkt. Voraussetzung dafür war die Gründung einer Fischdampferreederei. Deren Gegner saßen in Geestemünde, Hamburg und Altona, die einen Fischumschlagplatz in Cuxhaven unbedingt verhindern wollten.
Es gelang durch Albert Ballin der Aufbau einer Flotte von Fischdampfern, die mit ihren Fängen regelmäßig Cuxhaven anliefen. Der Cuxhavener Seefischmarkt war geboren!
Man sollte es nicht glauben.. Die Entwicklung war rasant. Damals gab es noch 32 Fischdampfer und der Hafen konnte kaum die zahlreichen anderen Segelfahrzeuge aufnehmen.
Dann kam der erste Weltkrieg. Nach dem Krieg sollte die Fischerei dazu beitragen, dringend benötigte Lebensmittel für die hungernde Bevölkerung zu beschaffen. Das beschleunigte die Hamburger Pläne für eine wesentliche Vergrößerung des Fischereihafens in Richtung Süden.
Fast sechs Millionen Mark bewilligte der Hamburger Senat für den Bau eines Anschlusshafens von rund 650 Meter Länge und knapp 80 Meter Länge. Am Ende verteuerte sich der Bau schon damals auf das zehnfache.
Obwohl die Fischwirtschaft zurück gegangen ist, hat sich der Hafen als bedeutender Fischereistandort in Deutschland gehalten. 35 Fischverarbeitungsbetriebe mit ca. 1000 Beschäftigten sind immer noch  in Cuxhaven beheimatet. Zusätzlich gibt es noch eine kleine Flotte Krabbenfischer.

Blickrichtung von der Einfahrt aus

Der Alte Fischereihafen wurde Anfang 2017 vom niedersächsischen Hafenbetreiber Niedersachsen Ports an die Cuxhavener Plambeck Holding verkauft. Der alte Fischereihafen soll in den kommenden Jahren umgebaut werden.


Blickrichtung vom Hafenende des AFH


So in etwa soll der alte Fischereihafen nach dem Umbau aussehen. Bloss über den Hoteltower (ganz hinten) an der Hafeneinfahrt ist man sich noch nicht einig.

Wichtige wirtschaftliche Teile des Hafens sind die RoRo Anlagen. Dort werden Neufahrzeuge gelagert und verschifft. Containerumschlag findet auch statt. Erfolgreich ist der Hafen auch im Umschlag von von Anlagenteilen für Offshore-Windparks. Großkomponenten wie Turmsektionen, Rotorblätter und Maschinenhäuser für Windenergieanlagen an Land werden umgeschlagen.
Für den  Fährverkehr nach Helgoland, sowohl Personenverkehr als auch Wirtschaftsverkehr, gibt es separate Kais, oder wir man mancherorts sagt “Pier“ oder “Kaje“ An der alten Liebe legte bis 2017 der  HSC "Halunder Jet" an der den Fährverkehr von Hamburg über Cuxhaven nach Helgoland unterhielt. Ab 2018 soll ein neues Schiff eingesetzt werden. Vom Fährhafen Cuxhaven fährt ebenfalls einmal täglich das Seebäderschiff “Helgoland“ hier zu sehen  nach Helgoland. Die MS “Helgoland“ ersetzt die bis 2016 eingesetzte “MS Atlantis“ 

Es soll sich noch einiges verändern. Ich werde darüber berichten.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße
 

4 Kommentare :

  1. Anonym3/05/2018

    Also die Art, wie der Haffen umgebaut wurde gefällt mir schon. Es geht dabei ja auch um die Arbeitsplätze, die es zusätzlich in Cuxhaven geben wird. Tatsächlich ist es so, dass Erneuerungen mehr Leute in die Stadt bringt, die auch wieder kommen, wenn sie sich wohl fühlen. Ob ein solch riesiges Hotel wirklich nötig ist, können letztlich nur die Besucherzahlen "sagen". Manchmal wird ja am Bedarf vorbei geplant und eine "Bauruine" in dieser Lage trägt nicht zum vorteilhaften Stadtbild bei. Grundsätzlich muss eine Entwicklung stattfinden, will man in Cuxhaven wirtschaftlich und touristisch vorne bleiben.

    Alles Gute, vor allem eine gute Woche,
    Beate

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  2. Hallo Nachtfalke, schön und informativ dein Bericht.
    Untermalt mit wunderbaren Fotos.

    Liebe Grüße
    Angelika

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  3. Lieber Cuxfalke,

    das war ein interessanter Bericht über die Hafenentwicklung und wie man lesen kann, gab es schon früher das Phänomen, dass man mit Kostenvoranschlägen überhaupt nicht zurecht kam und letzten Endes das fertige Ergebnis um das Vielfache sich verteuerte.

    Ein bisschen schade ist es schon, dass die schönen alten Häfen immer mehr verschwinden und Neuem weichen müssen.
    Dazu kann man stehen, wie man will. Die Weiterentwicklung, die neuen Trends lassen sich halt nicht aufhalten.

    Liebe Grüße und ich wünsche dir eine schöne neue Woche
    Christa

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    1. Ja die Modernisierung lässt sich nicht aufhalten, trotzdem hoffe ich das von dem alten Flair noch etwas übrig bleibt.
      VG Nachtfalke

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