30 Oktober 2017

"Herwart" tobt an der Nordsee

Der dritte Herbststurm in diesem Jahr bei uns, hat uns hart getroffen. Eine schwere Sturmflut bescherte uns Herwart. In den Medien wird viel über Stürme in den großen Städten berichtet, jetzt möchte ich hier darüber schreiben wie es hier war.

An der Nordsee gab es nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Morgen an vielen Orten eine schwere Sturmflut. Am Emssperrwerk in Gandersum, in Bensersiel, Wilhelmshaven, Cuxhaven und Bremerhaven lagen die Wasserstände mehr als zwei Meter höher als normal.

Regelrecht gewütet hat ein Herbststurm mit Namen "Herwart" in Stadt und Landkreis Cuxhaven. Früh morgens waren die Fluttore geschlossen worden. Gegen 4 Uhr früh gab es einen ersten Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Mitte. Im alten Fischereihafen wurde ein großer Teil des Daches der Traditionsreichen Fischhallen abgedeckt. Ab 6:30h waren alle Wehren im Einsatz. Im Fährhafen drückte der Sturm ein, zuvor losgerissenes, Arbeitsschiff so stark an die Kaimauer, dass Wassereinbruch die Folge war. Mehrere Wehren und großes Gerät waren erforderlich um ein Sinken des Schiffees zu verhindern. In der Stadt gab es keine Verletzten.

Im Landkreis hingegen konnten die Kameraden der Cuxhavener DLRG gemeinsam mit Kräften der Bundeswehr gerade noch Rechtzeitig zwei unterkühlte Urlauber retten, die zuvor in ihrem Wohnmobil von den heranrauschenden Wassermassen der Sturmflut, die es entlang der gesamten Küste gab, eingeschlossen wurden.
Um 05:20 Uhr wurde über die BF Cuxhaven die SEG der DLRG Cuxhaven zur Unterstützung im Landkreis Cuxhaven mit dem Einsatzstichwort „Fahrzeug mit Personen im Wasser“ im Bereich Cappel-Neufeldt alarmiert. Angefordert wurden Taucher und Boote für diesen Einsatz. Seitens der Einsatzleitung Dorum wurde neben der DLRG SEG Cuxhaven, die Tauchgruppe der Berufsfeuerwehr Bremerhaven, die DLRG Dorum und ein SAR SeaKing angefordert. Vor Ort stellte sich heraus, das ein PKW mit 2 Personen sich ca. 500 m im überfluteten Deichvorland auf einem geräumten Sommercampingplatz befand. Eine Rettung über Boote war nicht möglich. Auch ein Erreichen des PKWs zu Fuss wäre sehr schwierig und bei den Wetterverhältnissen nicht ungefährlich gewesen. Da der SAR Hubschrauber sich im Zulauf befand wurden ausgebildete Cuxhavener Luftretter für eine Unterstützung des SAR vorgeplant. Dem SAR Hubschrauber gelang es aber die Personen aus dem Fahrzeug ohne weitere Unterstützung aufzuwinschen. Die Personen wurden vom Hubschrauber vor Ort an den Landrettungssdienst zur weiteren Versorgung abgegeben.

Die untere Plattform der alten Liebe war komplett überspült. Hier ein paar Bilder. Aufgenommen von der Webcam deshalb leider unscharf.