An der Nordsee gab es nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Morgen an vielen Orten eine schwere Sturmflut. Am Emssperrwerk in Gandersum, in Bensersiel, Wilhelmshaven, Cuxhaven und Bremerhaven lagen die Wasserstände mehr als zwei Meter höher als normal.
Regelrecht gewütet hat ein Herbststurm mit Namen "Herwart" in Stadt und Landkreis Cuxhaven. Früh morgens waren die Fluttore geschlossen worden. Gegen 4 Uhr früh gab es einen ersten Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Mitte. Im alten Fischereihafen wurde ein großer Teil des Daches der Traditionsreichen Fischhallen abgedeckt. Ab 6:30h waren alle Wehren im Einsatz. Im Fährhafen drückte der Sturm ein, zuvor losgerissenes, Arbeitsschiff so stark an die Kaimauer, dass Wassereinbruch die Folge war. Mehrere Wehren und großes Gerät waren erforderlich um ein Sinken des Schiffees zu verhindern. In der Stadt gab es keine Verletzten.
Im Landkreis hingegen konnten die Kameraden der Cuxhavener DLRG gemeinsam mit Kräften der Bundeswehr gerade noch Rechtzeitig zwei unterkühlte Urlauber retten, die zuvor in ihrem Wohnmobil von den heranrauschenden Wassermassen der Sturmflut, die es entlang der gesamten Küste gab, eingeschlossen wurden.
Um 05:20 Uhr wurde über die BF Cuxhaven die SEG der DLRG Cuxhaven zur Unterstützung im Landkreis Cuxhaven mit dem Einsatzstichwort „Fahrzeug mit Personen im Wasser“ im Bereich Cappel-Neufeldt alarmiert. Angefordert wurden Taucher und Boote für diesen Einsatz. Seitens der Einsatzleitung Dorum wurde neben der DLRG SEG Cuxhaven, die Tauchgruppe der Berufsfeuerwehr Bremerhaven, die DLRG Dorum und ein SAR SeaKing angefordert. Vor Ort stellte sich heraus, das ein PKW mit 2 Personen sich ca. 500 m im überfluteten Deichvorland auf einem geräumten Sommercampingplatz befand. Eine Rettung über Boote war nicht möglich. Auch ein Erreichen des PKWs zu Fuss wäre sehr schwierig und bei den Wetterverhältnissen nicht ungefährlich gewesen. Da der SAR Hubschrauber sich im Zulauf befand wurden ausgebildete Cuxhavener Luftretter für eine Unterstützung des SAR vorgeplant. Dem SAR Hubschrauber gelang es aber die Personen aus dem Fahrzeug ohne weitere Unterstützung aufzuwinschen. Die Personen wurden vom Hubschrauber vor Ort an den Landrettungssdienst zur weiteren Versorgung abgegeben.
Die untere Plattform der alten Liebe war komplett überspült. Hier ein paar Bilder. Aufgenommen von der Webcam deshalb leider unscharf.
Seit Sonntagmorgen treibt der 225 Meter lange Massengutfrachter „Glory Amsterdam“ in der Deutschen Bucht vor der Insel Langeoog mit zwei ausgebrachten Ankern.
Der Notschlepper Nordic hat mehrfach eine Notschleppverbindung zum Havaristen hergestellt, die aber immer wieder brach. Das Havariekommando Cuxhaven hat ein speziell ausgebildetes Bergungsteam durch einen Hubschrauber auf dem Schiff absetzen lassen. Da draussen herschte Windstärke 9 mit Wellenhöhen von 7 m. Der Seenotkreuzer Hermann Marwede, das größte Rettungsschiff an der deutschen Küste, ist auf dem Weg zum Unglücksort. Nun ist die Glory Amsterdam direkt vor dem Strand von Langeoog auf Grund gelaufen, wenige hundert Meter vor dem weißen Strand.
Die Sturmsaison beginnt normalerweise erst ab November, aber in den letzten Jahren hat sich einiges geändert. Die Stürme kommen früher heftiger und immer häufiger. Über den Havaristen vor Langeoog halte ich Euch auf dem Laufenden.
Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße
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| Bildquelle: https://www.vesselfinder.com/de |
Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße



Der Sturm an der Nordsee hat echt schlimm gewütet, lieber Nachtfalke und wahrscheinlich wird es nicht der letzte sein. Wir müssen uns wohl auf immer schlimmere Naturkatastrophen einstellen.
AntwortenLöschenFeuerwehr, Rettungseinsätze sind nicht mehr wegzudenken, wenn ein solcher Sturm mit Wucht auf die Küste trifft.
Die Männer machen einen verdammt riskanten Job und ihnen gebührt meine volle Hochachtung.
Liebe Grüße und dir einen schönen Feiertag
Christa
ja - als ich von dem Sturm gehört habe, dachte ich auch an euch. Ich habe mir vorgestellt wie es mir jetzt gehen würde wenn ich da oben leben würde. So nah am Wasser.
AntwortenLöschenIch bewundere auch alle Menschen die sich im Rettungsdienst engagieren.
Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht