04 April 2012

meine Schwester Teil 3

Meine Schwester war gestern so depressiv, dass sie nicht mehr nach Freiburg in ein Pflegeheim, sondern nur noch sofort nach Hause gehen wollte. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Bei ihrem Gesundheitszustand geht das aber leider natürlich nicht. Jetzt galt es sie davon zu überzeugen, dass sie aus verschiedenen Gründen nicht alleine in ihre Wohnung kann. Dabei hat uns dann ihre Hausärztin geholfen und sie davon überzeugt, dass sie erst mal in eine Kurzzeitpflege geht. Uns war wichtig, dass sie aus dem derzeitigen Krankenhaus raus kommt.

Sie hat sich jetzt so weit erholt, dass sie am kommenden Dienstag in eine Kurzzeitpflege in ein anderes Krankenhaus/Pflegeheim verlegt werden kann und sie ist auch damit einverstanden. Ein ausführliches Gespräch mit dem Oberarzt der Geriatrie in dem sie jetzt noch liegt hat erbracht, dass sie am Dienstag verlegt werden kann.
Meine Nichte hat daraufhin 3 gute Häuser gefunden, in denen sie kurzfristig aufgenommen werden kann und wir hoffen, dass jetzt mal endlich alles so klappt, wie wir es jetzt neu geplant haben.

Ich kann versichern, dass ich nach der Verlegung meiner Schwester einige Fragen an das Krankenhaus und auch an das Gesundheitsamt haben werde, nämlich wie es zu solchen Missständen und unqualifizierten Zuständen bei einer Quarantäne kommen kann. Wenn es auch meiner Schwester nicht mehr hilft, vielleicht bringt es in Zukunft anderen Patienten und Besuchern eine bessere Handhabung beim Ausbruch solcher schweren Krankheiten.Wahrscheinlich werde ich mich auch an die Medien wenden denn meiner Meinung nach sollte die Bevölkerung der Stadt über den Norovirus als auch über die Missstände in dem Krankenhaus informiert werden.

Ich bedanke mich ganz herzlich für all eure Kommentare zu diesem Thema.

Gruß

meine Schwester Teil 2

Am 28.03. hat meine Schwester sich in einem Krankenhaus den Norovirus eingefangen. Einen Tag vorher fiel ihr schon auf das ein Nachbarzimmer unterQuarantäne kam. Eine meiner Nichten kam aus Freiburg angereist um sich um ihre Mutter zu kümmern, und auch um sie zu ihrem Geburtstag am Montag zu besuchen. Das Zimmer meiner Schwester war seit Donnerstag auch unter Quarantäne, vom
Personal bekam meine Nichte Schutzkleidung aber keine Verhaltensmaßnahmen genannt.

Das erste Mal besuchte sie meine Schwester am Samstag. Da hatte meine Schwester allerdings das Schlimmste hinter sich. Der Norovirus lässt meistens nach ca 2 Tagen nach, befindet sich aber noch 12-14 Tage im Körper.
 
Die Hygienezustände waren unmöglich. Schmutzige Wäsche lag offen im Zimmer, der Toilettenstuhl war mindestens 2 Std. nicht gereinigt worden. Das sind Dinge, die bei einer Quarantäne nicht passieren dürfen. Medikamente wurden nicht rechtzeitig verabreicht, was vielleicht nicht so schlimm ist, weil sie sowieso sehr schnell wieder ausgeschieden wurden. Wichtig ist aber die Flüssigkeitsaufnahme. Meine Nichte musste erst darauf hinweisen, dass mal ein Tropf angelegt wird.

Am Sonntag ging es meiner Schwester etwas besser. Inzwischen war auch die ganze Station unter Quarantäne. Nachmittags klagte sie plötzlich über Bauchschmerzen. Es dauerte über eine Stunde, bis eine Ärztin kam und sie untersuchte. Die Bauchschmerzen konnten nicht von dem Virus kommen, und weil die Ärztin nichts feststellen konnte, wollte sie auch nichts verabreichen, um die Schmerzen zu lindern. Weil die Schmerzen aber immer stärker wurden, rief meine Nichte erneut nach der Ärztin und musste sage und schreibe 2,5 Std. warten, bis die Ärztin noch mal kam. Jetzt bekam meine Schwester erst ein Mittel gegen die Bauchschmerzen.

Während der Wartezeit, die meine Nichte während der Untersuchung auf dem Flur verbringen musste, bekam sie mit, dass bereits Personal krank geworden ist und ein Pfleger sogar am Norovirus erkrankt sein soll.

Ehe die Ärztin wieder verschwinden konnte, fragte meine Nichte, wie es denn jetzt weiter geht und wie man die Wäsche behandeln muss. Die Ärztin antwortete man muss abwarten bis Frau ..... wieder zu Kräften kommt und auf ihre Medikamente gegen Parkinson eingestellt ist. Die Wäsche braucht man nur bei 60° waschen. Das kann nicht sein erwiderte meine Nichte, das Robert Koch Institut rät unbedingt bei min. 95° die Wäsche zu waschen da der Virus erst ab mehr als 75° abstirbt aber ich kann ja mal im Gesundheitsamt nachfragen. Da wurde die Ärztin plötzlich ziemlich hektisch und meinte sie könne nur sagen, was ihr Hygieneberater gesagt hat, und verzog sich dann sehr schnell.

Die ganzen Zustände in dem Krankenhaus hat mir meine Schwester auch am Telefon erzählt, wenn ich mit ihr telefonierte.

In der Nacht von Sonntag auf Montag hat es dann meine Nichte ebenfalls erwischt. Sie hat sich angesteckt und hängt jetzt in der Wohnung ihrer Mutter. Montagnachmittag habe ich ein paar Sachen für sie eingekauft und ihr vor die Türe gestellt. Jetzt müssen wir sehen, wie es weiter geht. Meine Schwester möchte am liebsten sofort nach Hause, aber das geht jetzt noch nicht.

Bei solchen Zuständen frage ich mich wo unser Gesundheitssystem uns noch hinführen wird.


31 März 2012

meine Schwester

Meiner Schwester geht es mal wieder schlecht und deswegen kam sie vor 3 Wochen wieder in die Klinik, Geriatrie. Zuletzt war meine Schwester erst im vergangenen Jahr dort. Nach ihren eigenen Aussagen erholt sie sich dieses Mal nicht so schnell wie voriges Jahr noch.
Leider ist es mit der Krankheit (Parkinson) so schlimm geworden, dass selbst meine Schwester jetzt einsieht, dass sie nicht mehr alleine in ihrer Wohnung leben kann. Seit Jahren kommt ein Pflegedienst, am Anfang war es zweimal am Tag, inzwischen kommt der Pflegedienst viermal täglich. Zusätzlich kommt einmal die Woche eine Haushaltshilfe.
Meine Schwester hat zwei Töchter, eine wohnt in Hamburg die andere in Freiburg also beide gut 450-500 km weit weg. Trotzdem halten sie Telefonkontakt mit ihrer Mutter und mit mir. Meine Nichte aus Freiburg hat nach langem Suchen jetzt ein gutes Pflegeheim gefunden und der Termin stand zum 16.4.
Jetzt ist meine Schwester in dem Krankenhaus aber am Norovirus erkrankt und steht zurzeit unter Quarantäne. 2 Tage lang ging es ihr sehr schlecht.

Besonders ärgerlich ist der Zustand, dass weder die Ärzte, noch das Pflegepersonal uns angerufen und unterrichtet haben. Erst nach einem Telefonat mit meiner Schwester, die sagte, dass es ihr immer schlechter geht und das Personal nur noch mit Schutzkleidung und Mundschutz zu ihr kamen. Es wurde auch nur noch das Allernötigste gemacht. Meine Nichte hat dann nach vielen Versuchen endlich mal einen Arzt ans Telefon bekommen und wir erfuhren erst dann vom Norovirus und der Quarantäne.

Wofür hat das Krankenhauspersonal eigentlich alle Telefonnummern für Notfälle von uns. Die Ärzte und das Personal haben sogar die Anweisung uns zu benachrichtigen, wenn es eine wesentliche Veränderung gibt. Das es trotzdem keiner macht finde ich ziemlich unverschämt vom Personal und den Ärzten.

Jetzt kommt die bange Frage, ob wir den Termin 16. einhalten können. Nach wenigen Tagen sind wohl die Beschwerden vom Norovirus weg, da meine Schwester aber nicht mehr die jüngste ist, kann uns kein Arzt sagen ob sie bis dahin transportfähig sein wird außerdem müssen wir bis zum 5. fest zu,- oder absagen also genau heute in einer Woche.
Die Wohnung wird jetzt gekündigt und der Hausrat wird aufgelöst. Noch mal eine Menge Arbeit für meine Nichten und mich. Eine meiner Nichten ist jetzt für ein paar Tage angereist um einige Dinge zu klären.
Glücklicherweise habe ich Urlaub und bin ja sowieso ständig vor Ort.
Wir hoffen jetzt alle, dass unsere Planung stehen bleiben kann und wir nicht wieder von vorne beginnen müssen.

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende und grüße euch vom Rheinland