09 November 2016

Traditionsschiffe, Museumsschiffe

Der Begriff Traditionsschiff hat zwei verschiedene Bedeutungen. Im Volksmund werden als „Traditionsschiffe“ ältere Schiffe und Boote bezeichnet, die weitgehend in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten sind oder in einen derartigen Zustand zurückversetzt wurden, aber nicht zwingend einen Originalzustand ihrer Geschichte darstellen.
Traditionsschiffe werden von Museumshäfen, Einzelpersonen oder Betreibergesellschaften und -gemeinschaften unterschiedlicher Rechtsform in oft mühsamer Arbeit unterhalten, um Einblick in frühere Epochen der Schifffahrt, des Schiffbaus oder der Seemannschaft zu gewähren.

Mehr als 100 sogenannte Traditionsschiffe haben an der Küste Norddeutschlands mittlerweile ihren Heimathafen: restaurierte Dreimaster, alte Segelkutter, Dampfschiffe, aber auch einige umgebaute Motorschiffe, die nun mit Masten und Segeln Windjammer-Charme verbreiten.
Hier zwei Beispiele. Elbe 1 und die Schaarhörnim Hafen an der alten Liebe

Traditionsschiffe sind also alte Schiffe, Zeitzeugen der Vergangenheit und ich sehe oder besichtige sie immer wieder gerne. Sie haben etwas besonderes und strahlen ein besonders Flair aus. Außerdem kann man an ihnen sehen wie früher die Seefahrt betrieben wurde.
Hier in Cuxhaven haben wir die Elbe 1 liegen. Das ehemalige Feuerschiff Elbe 1 ist ein nautisch-technisches Denkmal.
Die Stadt Cuxhaven ist Eigentümerin des denkmalgeschützten Feuerschiffes Elbe 1. Betrieben wird es seit April 2001 vom Feuerschiff-Verein ELBE1.  Bestreben ist, das Schiff als maritimes Denkmal in einem funktionstüchtigen Zustand dauerhaft zu erhalten, der insbesondere den Anforderungen des Denkmalschutzes gerecht wird. Der Verein finanziert sich auch Mitgliederbeiträge, Spenden und Charterfahrten mit dem Schiff.

Nun hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) einen Gesetzesentwurf eingebracht der viele der Traditionsschiffe gefährdet wenn der Gesetzesentwurf umgesetzt werden muss. Viele der Schiffe müssten kostspielig und aufwendig umgerüstet werden. Auch fordert der Bundesminister höhere Anforderungen an die Besatzungen als bisher. Die Besatzungen sollen nur noch unter den gleichen Bedingungen und Anforderungen wie die Berufsschiffer fahren dürfen. Diese Verordnung soll aber nur für Schiffe unter deutscher Flagge gelten.

Das alles können die vielen Ehrenamtlichen weder finanziell, noch Zeitmässig bewältigen. Damit würden viele der Schiffe nicht mehr besetzt und erhalten werden können. Natürlich müssen bei steigenden Beförderungszahlen die Sicherheit der Passagiere gewährleistet sein muss.

Ich bin gespannt wie es mit den Museumsschiffe n weiter geht. Noch versucchen mehrere Institutionen Gespräche darüber zu führen.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße 

06 Oktober 2016

Radwegebenutzungspflicht

Mit der Umsetzung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig, vom November 2010, hat jetzt auch Cuxhaven das Urteil umgesetzt. Das Gericht hatte im November 2010 zum Grundsatz erklärt, dass Radfahrer im Regelfall auf der Fahrbahn fahren und Städte nur im Ausnahmefall Radwege als benutzungspflichtig kennzeichnen dürfen.

Jetzt nach 6 Jahren kam die Stadt Cuxhaven dahinter, dass das Urteil durchaus auch Vorteile für die Stadt hat. Hier sind 36 Straßen und Wege davon betroffen. Auch Straßen auf denen es gefährlich für die Radfahrer wird. Auf einigen Bürgersteigen müssen sich Fußgänger und Radfahrer arrangieren. Auf anderen Straßen müssen die Radfahrer auf der Straße fahren, z. B. in Sahlenburg. auf der Nordheimstraße. Eine lange schmal Strasse, auf beiden Seiten abwechselnd Blumenkübel am Strassenrand, viel Autoverkehr, von April bis Oktober die Pferdefuhrwerke für die Touristen, LKW und Busverkehr und der immer stärker werdende Radverkehr. Das alles führt zu langen Staus und verunsicherten Radfahrern.
Das verantwortliche Amt sagt das wäre notwendig geworden um die Fußgänger zu schützen.

In Wirklichkeit scheint etwas anderes dahinter zu stecken.
Für etwa 400 Grundstückseigentümer hat das Folgen. In einem Merkblatt wurden sie vergangene Woche darüber unterrichtet dass sich daraus Änderungen in der Straßenreinigungspflicht ergeben. Die ehemaligen Radwege gelten jetzt als Bürgersteig und werden nicht mehr von der Stadt gereinigt oder vom Schnee geräumt. Diese Arbeiten müssen nun die Hauseigentümer erledigen.

Die Stadt hat damit einen Weg gefunden Geld zu sparen. In einigen Straßen wird die Fahrbahn und die Gosse weiterhin von der Stadt gereinigt, daher gibt es keine Änderung der dafür zu zahlenden Straßenreinigungsgebühren.

Andererseits soll das Radwegenetz weiter ausgebaut werden, womit auch unsere Kurverwaltung überall Reklame macht. Wie passt das denn zusammen?
Ich bin mal gespannt was sich die Stadt in den nächsten Jahren noch alles einfallen lässt um Geld zu sparen.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

24 September 2016

Die nächste Verklappung

Erst vor kurzem habe ich über die Schlickproblematik vor unserer Haustüre berichtet. Jetzt hat der Niedersächsiche Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Naturschutz (NLWKN) den Plänen der Niederländer zugestimmt ihr ausgehobenes Baggergut vor Borkum abzuladen. Die Niederländer  wollen die die Mündung der Ems vor Eemshaven auszubaggern damt damit größere Kohleschiffe das Kraftwerk in der Hafenstadt erreichen können.
Am Borkum-Riff, etwa 10 km vor Borkum, max. 2,3 Millionen Kubikmeter Sand verklappt werden. Für vier Jahre dürfen zur Unterhaltung weiter jährlich bis zu 640.000 Kubikmeter Baggergut in der bestehenden Klappstelle landen.
Das soll nach strengen Auflagen geschehen. Niemand kann jedoch sagen wie belastet der Sand ist.
Das Wattenmeer ist ein Naturschutzgebiet und zählt zum Weltnaturerbe.
Der Der NLWKN soll diese Ausnahmegenehmigung erteilt haben weil (angeblich) ein überwiegent öffentliches Interesse damit besteht.

Die Niederländer sind die Einzigen die ein Interesse daran haben, denn sie wollen/müssen ihr Kohlekraftwerk beliefern. Warum können die den Sand nicht weit draussen auf dem Meer verklappen)
Aus dem gleichen Grund warum die Hamburger ihren Schlick bei uns vor der Küste zwischen Cuxhaven und Helgoland abladen. Es würde der Witschaft viel Geld kosten.

In beiden Fällen hat sich unser Niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenze (Bündnis 90/Die Grünen), nicht dazu geäußert.

Dazu kommt noch die Verklappung aus der Elbe. Die Fahrrinne muss ständig ausgebaggert werden, und dieser Mist wird bei den Tonnen 13-16 abgeladen. Das ist kurz hinter Neuwerk und Scharhörn. 10-12 km vor Duhnen.

Eigentlich gehört dieser Post in meinen Politblog, aber was hier an der Küste passiert muß auch mal hier erwähnt werden.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße