08 Dezember 2016

Küstenschutz/Hochwasserschutz

Am 5.12. war es drei Jahre her, dass Orkan Xaver auf die norddeutsche Küste prallte und 2 Tage lang schwer gewütet hatte. In diesen zwei Tagen hatten wir 4 Sturmfluten. Feuerwehr und THW füllten 7000 Sandsäcke und brachten sie nach Sahlenburg um eine Überschwemmung zu verhindern. Ich berichtete damals hier darüber.
Praktisch in letzter Minute konnte der bevorstehende Katastrophenalarm abgewendet werden. Sahlenburg hatte damals sehr, sehr viel Glück gehabt. Ein Jahr später, sollte der Hochwasserschutz für die Sahlenburger Wolskersmarsch verbessert werden.
Soweit ich erfahren konnte, war das NLWKN (Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) mit der Planung hierfür beschäftigt. Jetzt sollen die Pläne wieder auf Eis liegen.

Zwar gehört die Wolskermarsch in Sahlenburg noch nicht zu unserem Verbandsgebiet. Die „Xaver“-Sturmfluten haben aber allen vor Augen geführt, wie sehr ein Deich für die Wolskermarsch notwendig ist, um für alle in Cuxhaven gleiche Deichsicherheit zu erlangen sagt der Deichverband am 9.12.2013 in einer Presseerklärung.

Man munkelt, dass ein Deichbau in Sahlenburg durch die Gastronomie verhindert wird. Die Gäste haben dann vom Hotelzimmer aus, ebenso wie von den Cafés und Restaurants, nicht mehr den freien Blick aufs Wattenmeer. Es muss anscheinend erst etwas passieren ehe ein Deich, oder zumindest ein verbesserter Hochwasserschutz in Sahlenburg gebaut wird. Wenn das Gerücht stimmt, das die Gastronomen den Deichschutz blockieren, dann sind sie es bestimmt auch die als Erste am lautesten um Hilfe rufen, wenn die Wassermassen sich mal wieder auf Cuxhaven zubewegen.

Unabhängig davon, wer oder was den Hochwasserschutz blockiert, verstehe ich nicht wieso der menschliche Schutz und deren Unversehrtheit nicht höher bewertet wird.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

09 November 2016

Traditionsschiffe, Museumsschiffe

Der Begriff Traditionsschiff hat zwei verschiedene Bedeutungen. Im Volksmund werden als „Traditionsschiffe“ ältere Schiffe und Boote bezeichnet, die weitgehend in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten sind oder in einen derartigen Zustand zurückversetzt wurden, aber nicht zwingend einen Originalzustand ihrer Geschichte darstellen.
Traditionsschiffe werden von Museumshäfen, Einzelpersonen oder Betreibergesellschaften und -gemeinschaften unterschiedlicher Rechtsform in oft mühsamer Arbeit unterhalten, um Einblick in frühere Epochen der Schifffahrt, des Schiffbaus oder der Seemannschaft zu gewähren.

Mehr als 100 sogenannte Traditionsschiffe haben an der Küste Norddeutschlands mittlerweile ihren Heimathafen: restaurierte Dreimaster, alte Segelkutter, Dampfschiffe, aber auch einige umgebaute Motorschiffe, die nun mit Masten und Segeln Windjammer-Charme verbreiten.
Hier zwei Beispiele. Elbe 1 und die Schaarhörnim Hafen an der alten Liebe

Traditionsschiffe sind also alte Schiffe, Zeitzeugen der Vergangenheit und ich sehe oder besichtige sie immer wieder gerne. Sie haben etwas besonderes und strahlen ein besonders Flair aus. Außerdem kann man an ihnen sehen wie früher die Seefahrt betrieben wurde.
Hier in Cuxhaven haben wir die Elbe 1 liegen. Das ehemalige Feuerschiff Elbe 1 ist ein nautisch-technisches Denkmal.
Die Stadt Cuxhaven ist Eigentümerin des denkmalgeschützten Feuerschiffes Elbe 1. Betrieben wird es seit April 2001 vom Feuerschiff-Verein ELBE1.  Bestreben ist, das Schiff als maritimes Denkmal in einem funktionstüchtigen Zustand dauerhaft zu erhalten, der insbesondere den Anforderungen des Denkmalschutzes gerecht wird. Der Verein finanziert sich auch Mitgliederbeiträge, Spenden und Charterfahrten mit dem Schiff.

Nun hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) einen Gesetzesentwurf eingebracht der viele der Traditionsschiffe gefährdet wenn der Gesetzesentwurf umgesetzt werden muss. Viele der Schiffe müssten kostspielig und aufwendig umgerüstet werden. Auch fordert der Bundesminister höhere Anforderungen an die Besatzungen als bisher. Die Besatzungen sollen nur noch unter den gleichen Bedingungen und Anforderungen wie die Berufsschiffer fahren dürfen. Diese Verordnung soll aber nur für Schiffe unter deutscher Flagge gelten.

Das alles können die vielen Ehrenamtlichen weder finanziell, noch Zeitmässig bewältigen. Damit würden viele der Schiffe nicht mehr besetzt und erhalten werden können. Natürlich müssen bei steigenden Beförderungszahlen die Sicherheit der Passagiere gewährleistet sein muss.

Ich bin gespannt wie es mit den Museumsschiffe n weiter geht. Noch versucchen mehrere Institutionen Gespräche darüber zu führen.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße 

06 Oktober 2016

Radwegebenutzungspflicht

Mit der Umsetzung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig, vom November 2010, hat jetzt auch Cuxhaven das Urteil umgesetzt. Das Gericht hatte im November 2010 zum Grundsatz erklärt, dass Radfahrer im Regelfall auf der Fahrbahn fahren und Städte nur im Ausnahmefall Radwege als benutzungspflichtig kennzeichnen dürfen.

Jetzt nach 6 Jahren kam die Stadt Cuxhaven dahinter, dass das Urteil durchaus auch Vorteile für die Stadt hat. Hier sind 36 Straßen und Wege davon betroffen. Auch Straßen auf denen es gefährlich für die Radfahrer wird. Auf einigen Bürgersteigen müssen sich Fußgänger und Radfahrer arrangieren. Auf anderen Straßen müssen die Radfahrer auf der Straße fahren, z. B. in Sahlenburg. auf der Nordheimstraße. Eine lange schmal Strasse, auf beiden Seiten abwechselnd Blumenkübel am Strassenrand, viel Autoverkehr, von April bis Oktober die Pferdefuhrwerke für die Touristen, LKW und Busverkehr und der immer stärker werdende Radverkehr. Das alles führt zu langen Staus und verunsicherten Radfahrern.
Das verantwortliche Amt sagt das wäre notwendig geworden um die Fußgänger zu schützen.

In Wirklichkeit scheint etwas anderes dahinter zu stecken.
Für etwa 400 Grundstückseigentümer hat das Folgen. In einem Merkblatt wurden sie vergangene Woche darüber unterrichtet dass sich daraus Änderungen in der Straßenreinigungspflicht ergeben. Die ehemaligen Radwege gelten jetzt als Bürgersteig und werden nicht mehr von der Stadt gereinigt oder vom Schnee geräumt. Diese Arbeiten müssen nun die Hauseigentümer erledigen.

Die Stadt hat damit einen Weg gefunden Geld zu sparen. In einigen Straßen wird die Fahrbahn und die Gosse weiterhin von der Stadt gereinigt, daher gibt es keine Änderung der dafür zu zahlenden Straßenreinigungsgebühren.

Andererseits soll das Radwegenetz weiter ausgebaut werden, womit auch unsere Kurverwaltung überall Reklame macht. Wie passt das denn zusammen?
Ich bin mal gespannt was sich die Stadt in den nächsten Jahren noch alles einfallen lässt um Geld zu sparen.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße