16 November 2017

Maschinenraumbrand auf Windparkschiff

15.11.2017
Maschinenraumbrand auf Windparkschiff nordwestlich von Helgoland

Gestern Mittag am 15.11.17 ist auf einem Windparkschiff, der „World Calima“, ein Feuer ausgebrochen. Gegen 8:20 Uhr gind die Notrufmeldung über einen automatischen Seenotruf bei der Seenotrettungsleitung der DGzRS in Bremen ein. Sofort lief die Hermann Marwede von Helgoland aus und nahm Kurs auf die Unglücksstelle. Die „World Calima“ befand sich zu dieser Zeit etwa 18 Seemeilen (ca. 33 Kilometer) nordwestlich der Insel Helgoland im Windpark „Nordsee Ost“. An Bord 8 Techniker und fünf Besatzungsmitglieder.
Die Hermann Marwede traf um 9:40 Uhr ein. Eine viertel Stunde später erreichten auch vier Schiffe aus einem Nato-Marineverband bei der „World Calima“ ein. Die Seenotretter bestimmten das deutsche Minenjagdboot „Sulzbach-Rosenberg“ zum Einsatzleiter vor Ort (On-Scene Co-ordinator).
Die Windparktechniker wurden vom Tochterboot der Hermann Marwede übernommen und brachte sie auf den Seenotrettungskreuzer. Die Bestazung blieb an Bord.
Vom Seenotretter stellten ein starke Verbindung her und nahmen den Havaristen auf den Haken. Begleitet wurde der Schleppverband von der „Sulzbach-Rosenberg“.
Der Seenotrettungskreuzer Anneliese Kramer aus Cuxhaven, brachte eine Brandbekämpfungseinheit der Berufsfeuerwehr Cuxhaven nach Helgoland. Die Experten für Schiffsbrandbekämpfung sollen gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Helgoland im Inselhafen die weiteren Maßnahmen übernehmen.
Gegen 16.45 Uhr hat der Schleppverband sicher Helgoland erreicht.

Wenn ich erfahre wie es ausgegangen ist schreibe ich hier weiter.

Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

31 Oktober 2017

Aufräumen nach Herwart

"Mehrere Wehren und großes Gerät waren erforderlich um ein Sinken des Schiffees zu verhindern" hatte ich berichtet. Später stellte sich heraus dass das Schiff doch gesunken war.
Das ganze Ausmaß der Schäden, die der Orkan "Herwart" vom Sonntag in Cuxhaven angerichtet hat, kam erst bei genauer Untersuchung zum Vorschein. Die größte Baustelle für die Einsatz- und Bergungskräfte war am Montag nach dem Unwetter der Fährhafen.
Ein 27 m langes Arbeitsschiff mit einem, an Bord stehendem selbstfahrenden Kran, muß geborgen werden. Der Kran war ins Hafenbecken gefallen und untergegangen. Der auslaufende Treibstoff wurde durch eine schwimmende Ölsperre rund um die Untergangsstelle aufgefangen um eine Ausbreitung zu verhindern. Öl wurde abgeschöpft und an Land entsorgt.
Die Bergung gestaltet sich als schwierig. Weil die Kaifläche an dieser Stelle auf Pfählen im Wasser steht, kann die Betonplatte nur begrenzt belastet werden.
Das Schiff hatte sich von einem Schlengel losgerissen und war in eine Lücke zwischen Kaimauer und einem Ponton getrieben. Dort war es leckgeschlagen und vollgelaufen. Orkanbböen bis 140 km/h und eine Sturmflut von 2,50 Metern über dem normalen Hochwasserstand verwandelten die Cuxhavener Küste zu einer brodelnder Hexenküche.
Die 8 Leinen konnten das Schiff nicht halten. Auch die massiven Ketten, mit denen die schweren Betonschwimmkörper an den Pfählen verankert waren, hielten der Brandung nicht stand. Die Pontons rissen sich teilweise los und wurden mächtig durcheinandergewirbelt. Die beiden nördlichen Pontons konnten so grade noch gerettet werden, dank dem Einsatz einer Schlepperbesatzung.
Ich würde jetzt einen großen Schwimmkran holen, aber ich bin kein Experte. Ist natürlich auch eine Kostenfrage und wo bekomme ich ihn  her und wann kann er vor Ort sein.
Vorgeschlagen wurde diese Möglichkeit, aber auch eine Kombination aus kleinem Schwimmkran, zum Beispiel dem „Reebok“ von der Mützelfeldtwerft und einen großen Mobilkran, wie es Berger Andreas Wulf vorgeschlagen hat. 120 Tonnen wiegt das 27 Meter lange und sieben Meter breite Arbeitsschiff, das nach Aussage des Eigners erst vor Kurzem für 120 000 Euro modernisiert worden ist. Wann die Bergung des Schiffes erfolgen kann, stand Montagnachmittag noch nicht fest.
Derzeit suchen Taucher nach dem versunkenem Kran, der anschließend von einem Mobilkran gehoben werden soll.

Diese Rettungsaktion werde ich weiterverfolgen soweit ich sie mitbekomme.

bis dahin
bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen.
Viele Grüße

30 Oktober 2017

"Herwart" tobt an der Nordsee

Der dritte Herbststurm in diesem Jahr bei uns, hat uns hart getroffen. Eine schwere Sturmflut bescherte uns Herwart. In den Medien wird viel über Stürme in den großen Städten berichtet, jetzt möchte ich hier darüber schreiben wie es hier war.

An der Nordsee gab es nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Morgen an vielen Orten eine schwere Sturmflut. Am Emssperrwerk in Gandersum, in Bensersiel, Wilhelmshaven, Cuxhaven und Bremerhaven lagen die Wasserstände mehr als zwei Meter höher als normal.

Regelrecht gewütet hat ein Herbststurm mit Namen "Herwart" in Stadt und Landkreis Cuxhaven. Früh morgens waren die Fluttore geschlossen worden. Gegen 4 Uhr früh gab es einen ersten Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Mitte. Im alten Fischereihafen wurde ein großer Teil des Daches der Traditionsreichen Fischhallen abgedeckt. Ab 6:30h waren alle Wehren im Einsatz. Im Fährhafen drückte der Sturm ein, zuvor losgerissenes, Arbeitsschiff so stark an die Kaimauer, dass Wassereinbruch die Folge war. Mehrere Wehren und großes Gerät waren erforderlich um ein Sinken des Schiffees zu verhindern. In der Stadt gab es keine Verletzten.

Im Landkreis hingegen konnten die Kameraden der Cuxhavener DLRG gemeinsam mit Kräften der Bundeswehr gerade noch Rechtzeitig zwei unterkühlte Urlauber retten, die zuvor in ihrem Wohnmobil von den heranrauschenden Wassermassen der Sturmflut, die es entlang der gesamten Küste gab, eingeschlossen wurden.
Um 05:20 Uhr wurde über die BF Cuxhaven die SEG der DLRG Cuxhaven zur Unterstützung im Landkreis Cuxhaven mit dem Einsatzstichwort „Fahrzeug mit Personen im Wasser“ im Bereich Cappel-Neufeldt alarmiert. Angefordert wurden Taucher und Boote für diesen Einsatz. Seitens der Einsatzleitung Dorum wurde neben der DLRG SEG Cuxhaven, die Tauchgruppe der Berufsfeuerwehr Bremerhaven, die DLRG Dorum und ein SAR SeaKing angefordert. Vor Ort stellte sich heraus, das ein PKW mit 2 Personen sich ca. 500 m im überfluteten Deichvorland auf einem geräumten Sommercampingplatz befand. Eine Rettung über Boote war nicht möglich. Auch ein Erreichen des PKWs zu Fuss wäre sehr schwierig und bei den Wetterverhältnissen nicht ungefährlich gewesen. Da der SAR Hubschrauber sich im Zulauf befand wurden ausgebildete Cuxhavener Luftretter für eine Unterstützung des SAR vorgeplant. Dem SAR Hubschrauber gelang es aber die Personen aus dem Fahrzeug ohne weitere Unterstützung aufzuwinschen. Die Personen wurden vom Hubschrauber vor Ort an den Landrettungssdienst zur weiteren Versorgung abgegeben.

Die untere Plattform der alten Liebe war komplett überspült. Hier ein paar Bilder. Aufgenommen von der Webcam deshalb leider unscharf.