04 April 2012

meine Schwester Teil 2

Am 28.03. hat meine Schwester sich in einem Krankenhaus den Norovirus eingefangen. Einen Tag vorher fiel ihr schon auf das ein Nachbarzimmer unterQuarantäne kam. Eine meiner Nichten kam aus Freiburg angereist um sich um ihre Mutter zu kümmern, und auch um sie zu ihrem Geburtstag am Montag zu besuchen. Das Zimmer meiner Schwester war seit Donnerstag auch unter Quarantäne, vom
Personal bekam meine Nichte Schutzkleidung aber keine Verhaltensmaßnahmen genannt.

Das erste Mal besuchte sie meine Schwester am Samstag. Da hatte meine Schwester allerdings das Schlimmste hinter sich. Der Norovirus lässt meistens nach ca 2 Tagen nach, befindet sich aber noch 12-14 Tage im Körper.
 
Die Hygienezustände waren unmöglich. Schmutzige Wäsche lag offen im Zimmer, der Toilettenstuhl war mindestens 2 Std. nicht gereinigt worden. Das sind Dinge, die bei einer Quarantäne nicht passieren dürfen. Medikamente wurden nicht rechtzeitig verabreicht, was vielleicht nicht so schlimm ist, weil sie sowieso sehr schnell wieder ausgeschieden wurden. Wichtig ist aber die Flüssigkeitsaufnahme. Meine Nichte musste erst darauf hinweisen, dass mal ein Tropf angelegt wird.

Am Sonntag ging es meiner Schwester etwas besser. Inzwischen war auch die ganze Station unter Quarantäne. Nachmittags klagte sie plötzlich über Bauchschmerzen. Es dauerte über eine Stunde, bis eine Ärztin kam und sie untersuchte. Die Bauchschmerzen konnten nicht von dem Virus kommen, und weil die Ärztin nichts feststellen konnte, wollte sie auch nichts verabreichen, um die Schmerzen zu lindern. Weil die Schmerzen aber immer stärker wurden, rief meine Nichte erneut nach der Ärztin und musste sage und schreibe 2,5 Std. warten, bis die Ärztin noch mal kam. Jetzt bekam meine Schwester erst ein Mittel gegen die Bauchschmerzen.

Während der Wartezeit, die meine Nichte während der Untersuchung auf dem Flur verbringen musste, bekam sie mit, dass bereits Personal krank geworden ist und ein Pfleger sogar am Norovirus erkrankt sein soll.

Ehe die Ärztin wieder verschwinden konnte, fragte meine Nichte, wie es denn jetzt weiter geht und wie man die Wäsche behandeln muss. Die Ärztin antwortete man muss abwarten bis Frau ..... wieder zu Kräften kommt und auf ihre Medikamente gegen Parkinson eingestellt ist. Die Wäsche braucht man nur bei 60° waschen. Das kann nicht sein erwiderte meine Nichte, das Robert Koch Institut rät unbedingt bei min. 95° die Wäsche zu waschen da der Virus erst ab mehr als 75° abstirbt aber ich kann ja mal im Gesundheitsamt nachfragen. Da wurde die Ärztin plötzlich ziemlich hektisch und meinte sie könne nur sagen, was ihr Hygieneberater gesagt hat, und verzog sich dann sehr schnell.

Die ganzen Zustände in dem Krankenhaus hat mir meine Schwester auch am Telefon erzählt, wenn ich mit ihr telefonierte.

In der Nacht von Sonntag auf Montag hat es dann meine Nichte ebenfalls erwischt. Sie hat sich angesteckt und hängt jetzt in der Wohnung ihrer Mutter. Montagnachmittag habe ich ein paar Sachen für sie eingekauft und ihr vor die Türe gestellt. Jetzt müssen wir sehen, wie es weiter geht. Meine Schwester möchte am liebsten sofort nach Hause, aber das geht jetzt noch nicht.

Bei solchen Zuständen frage ich mich wo unser Gesundheitssystem uns noch hinführen wird.


2 Kommentare :

  1. Ich habe da leider keine Beziehungen zur Presse. Eigentlich müsstest du diesen Blog mir Angabe des Krankenhauses an den Spiegel, die Rheinische Post, Stern TV, Bild-Zeitung und was es sonst noch namhaftes in der Medienlandschaft gibt, schicken. Über so etwas müsste als Skandal in aller Ausgebigikeit berichtet werden ! Gute Besserung an deine Schwester !

    Gruß Dieter

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    1. Da gebe ich dir vollkommen recht und das habe ich auch vor, allerdings erst wenn meine Schwester aus dem Krankenhaus raus ist, sonst riskiere ich einen Familienkrach und das würde unsere Situation komplizieren ausserdem brauche ich heute noch die Unterstützung der Ärzte um meine Schwester verlegen zu lassen. Bis dahin muss ich die Füsse still halten

      Gruß Nachtfalke

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